Deckenbounce-Test

Ein Deckenbounce-Test ist die Ulbricht-Kugel des kleinen Mannes, und dient der Schätzung der von einer Lampe abgegebenen gesamten Lichtmenge (Lumen).

Für eine genaue Lumen-Messung benötigt man eigentlich eine (geeichte) Ulbricht-Kugel (engl. „Integrating Sphere“). Das Ziel solcher Verfahren ist, die gesamte abgegebene Lichtmenge einer Taschenlampe zu erfassen und zu messen. Bei einem Deckenbounce-Test sucht man sich ein abgedunkeltes, möglichst leeres, einheitlich weiß gestrichenes kleines Zimmer (z.B. Flur oder Bad) (*), stellt die eingeschaltete Taschenlampe in der Mitte des Raums auf den Boden, den Lichtstrahl der Taschenlampe auf die Decke gerichtet, so dass der gesamte Raum einschließlich Boden indirekt durch die Taschenlampe beleuchtet wird. Dann nimmt man einen Luxmeter (gibt es für ein paar Euro in jedem Elektronik-Laden), legt es auf den Boden neben die Taschenlampe, und liest auf dem Luxmeter den angezeigten Wert ab.

Nun benötigt man noch einen Referenz-Wert. Dies ist üblicherweise eine Taschenlampe mit bekannten (am besten mit einer geeichten Ulbricht-Kugel ermittelten) Lumen-Werten, die man in dem gleichen Raum auf die gleiche Weise misst. Der Unterschied im angezeigten Wert auf dem Luxmeter entspricht dem Unterschied in Lumen von der Referenz-Lampe zu der Lampe, die man messen möchte. Zeigt das Luxmeter bei einer Referenz-Lampe mit echten (verifizierten) 5000 Lumen beispielsweise „220 Lux“ an, und mit einer anderen Taschenlampe „110 Lux“, dann hat diese andere Taschenlampe in etwa 2500 Lumen (die Hälfte von 5000 Lumen, da der Luxwert von 110 der Hälfte der 220 Lux entspricht).

Dieser Deckenbounce-Test ist deshalb nur eine ungefähre Schätzung, da ein unterschiedliches Abstrahl-Verhalten von Taschenlampen (gebündeltes Licht oder breit abstrahlendes Licht, heller Spot oder kein Spot, großer oder kleiner Spill etc.) zu Verfälschungen im Messergebnis führen kann, da die Decke das Licht der Taschenlampe unter Umständen anders reflektiert oder anders in die Luxmessung einfließt, als das seitlich von den Wänden reflektierte Licht. Daher sind solche Deckenbounce-Tests immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen; besonders dann, wenn man Taschenlampen mit sehr unterschiedlichen Lichtbildern vergleichen möchte. Zur Steigerung der Genauigkeit sollte man also am besten eine Referenz-Lampe mit einem ähnlichen Lichtbild als Vergleich heranziehen.

(*) Ein solches „Norm-Zimmer“ kann im einfachsten Fall auch ein leerer Kühlschrank sein! Nämlich dann, wenn der Luxmeter eine Speicherfunktion hat, und den höchsten gemessenen Wert speichern (und später anzeigen) kann. Dann den Kühlschrank ausräumen, Lampe im Kühlschrank auf den Boden stellen, Luxmeter daneben legen, Kühlschranktür zu, einen Moment warten, Kühlschranktür wieder auf, und den maximalen Luxwert ablesen.