Laufzeitdiagramm HaikeLite MT09R XHP70.2

Hier habe ich ein Laufzeitdiagramm zur neuen HaikeLite MT09R, in der Variante mit XHP70.2 LEDs:

Als Akkus kamen vier ungeschützte Samsung 30Q zum Einsatz, mit einer Kapazität von je 3000mAh. Die Messung wurde draußen im Freien durchgeführt, bei aktuellen Temperaturen um die 2-3°C. Zusätzlich gekühlt wurde die Lampe nicht.

Nach ca. 4 Minuten regelt die Lampe ab auf die Stufe mit 5000 Lumen. Diese wird jedoch dann im weiteren Verlauf nicht konstant gehalten; selbst auf dieser Stufe ist die Helligkeit wohl von der Akkuspannung abhängig.

Da die Lampe während des Tests extrem heiß wurde (was nicht verwunderlich ist bei der Leistung; hiervor wird in der Anleitung auch ausdrücklich gewarnt), habe ich auf ein fortwährendes Hochschalten während des Tests verzichtet. Statt dessen habe ich einen zweiten Test durchgeführt, und der Lampe pro 10-Minuten-Block eine Auszeit von 3 Minuten gegeben.

Nach 56 bzw. 60 Minuten schaltet die Lampe dann ab auf einen Moonlight-Modus mit ca. 1 Lumen (vorher fängt auch die seitliche LED-Anzeige im Einschalter an, rot zu blinken). Diesen Moonlight-Modus hält die Lampe dann sehr lange aufrecht. Die Lampe läuft bei mir seit 12 Stunden in diesem Moonlight-Modus. Ich werde an dieser Stelle noch berichten, ob (und wann) die Abschaltung der Lampe erfolgt.

Update: die Lampe hat keine Endabschaltung. Ich habe die Lampe noch ca. 24 Stunden auf der Moonlight-Stufe weiterleuchten lassen, bis knapp unter die Entladeschlussspannung der Akkus (bis 2,49V). Die Anleitung und die HaikeLite-Seite sprechen von einer „Anti-discharge protection“, was aber offensichtlich nicht der Fall ist (oder HaikeLite versteht etwas anderes darunter – „wenn die Akkus leer werden wird die Lampe dunkler“ kann’s ja wohl nicht sein). Mit dieser Erfahrung wage es ich auch nicht, die „Anti-reverse protection“ auszuprobieren; könnte ja ein „wenn’s knallt, sind die Akkus falsch herum drin“ sein.

 

Noch ein Wort zu der Situation mit der XHP35 Hi-Variante dieser Lampe, und der Tatsache, dass wohl einige Lampen (unter anderem auch meine) mit einem falschen Treiber ausgeliefert wurden, welche die versprochene Leistung nicht erbringen.

Mit Interesse verfolge ich die aktuelle Diskussion dazu im BLF. Hier hat sich HaikeLite meiner Meinung nach nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Fehler können passieren; das lässt sich nicht immer vermeiden. Das Problem sehe ich aber darin, wie bei HaikeLite mit diesem Problem umgegangen wird. Statt diesem Fehler intern auf die Spur zu kommen, das Problem intern zu lösen, und dann den Kunden eine Lösung zu präsentieren, wird dieses Problem in der Öffentlichkeit ausgefochten. Mehr noch, die „Schuldigen“ werden erst mal nicht bei sich selbst, sondern anderswo gesucht (und auch schnell gefunden), und auch gleich versucht, diese mit einem unverhältnismäßigen Einsatz von Fettschrift mundtot zu machen. So wird sich über Deckenbounce-Tests lustig gemacht (obwohl im gleichen Atemzug bestätigt wird, dass dieser fehlerhafte Treiber nur eine Leistung von ca. 3500-3800 Lumen liefert, was ich ja ebenfalls ermittelt hatte), und Händler bezichtigt, dass sie fehlerhafte Vorab-Review-Exemplare weiterverkauft hätten. So will kein Kunde (und wahrscheinlich auch kein Händler) behandelt werden! Dieser überhebliche Marktschreier von HaikeLite im BLF scheint zu vergessen, dass wir „Betroffenen“ ebenfalls Kunden von HaikeLite sind, die sich die Lampen gekauft haben.

Sollten es sich bei den Exemplaren tatsächlich um bewusst verschickte Vorab-Modelle mit geringerer Leistung gehandelt haben, wäre das so schwer gewesen, dies auch ausdrücklich zu kennzeichnen? Selbst ein „NFR“-Schriftzug („not for resale“) mit einem Edding auf dem Karton hätte hier geholfen, Missverständnisse zu vermeiden. Meine Lampe und deren Karton enthielten jedenfalls keinen Hinweis, dass es sich um ein Vorserienmodell handeln würde.

Aktueller Stand ist, dass man bei HaikeLite nun wohl etwas kleinlauter geworden ist und zugegeben hat, dass man noch keine Ahnung hat, wie diese Lampen überhaupt in Umlauf kamen. Außerdem soll wohl auch wegen der Hitzeentwicklung die Leistung der endgültigen Lampe reduziert werden auf 7000 Lumen. Meine Meinung dazu ist: so etwas ermittelt man vorher, und nicht erst, nachdem die Lampe mit 7500 Lumen beworben, verkauft, und das Geld kassiert wurde.

Mir wurde auch angeboten, einen neuen Treiber für mein Exemplar zu schicken. Dies ist zwar gut gemeint; jedoch bin ich Software Architekt und kein Elektroniker. Ich werde garantiert nicht an meiner Lampe herumlöten und Treiber tauschen.

Zur Situation der MT07S mit der XHP35 Hi LED und den angestrebten und beworbenen 3000 Lumen wurde bisher noch gar kein Wort verloren. HaikeLite will zwar als seriöse und professionelle Taschenlampen-Schmiede wahrgenommen werden, aber was ich persönlich im Moment sehe, ist leider eher Kindergarten.