Review EagTac TX3G Pro

Aus dem neuen EagTac-Sortiment (ich hatte hier berichtet) möchte ich als erstes die TX3G Pro vorstellen, da sie mein Interesse am stärksten geweckt hat: sie ist EagTac’s erste Lampe mit 1* 26650-Akku-Bestückung. Wie sie sich schlägt, möchte ich mit folgendem Review beantworten.

Leistungsdaten

LED:Wahlweise CREE XHP70.2 P2 (kaltweiß)
oder CREE XHP70.2 (neutralweiß)
Max. Leistung:2500 Lumen (Herstellerangabe, nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:193 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm (9350cd)
Leuchtstufen:13 Lumen (300 Stunden)
135 Lumen (24 Stunden)
510 Lumen (5.7 Stunden)
995 Lumen (2.8 Stunden)
2500 Lumen (1 - 1.4 Stunden)
Strobe / Beacon / SOS
Wasserdicht:IPX-8 (keine Angabe zur Eintauchtiefe)
Stoßfest:Keine Angaben
Stromversorgung:1* 26650 LiIO-Akku (wird mitgeliefert)
Maße:138mm (Länge)
31mm (Durchmesser am Akkurohr)
33mm (Durchmesser am Lampenkopf)
Gewicht:195g inklusive Akku
Besonderheiten:- EagTac's erste Lampe mit 1* 26650-Akku
- Eine der schlanksten (wenn nicht sogar die schlankste) 26650-Lampe am Markt

Die TX3G Pro-Variante gibt es nur mit CREE XHP70.2 LEDs. Es existiert außerdem noch eine „Nicht-Pro“-Variante der Lampe, mit anderen LEDs:

  • CREE XHP50.2 K2 (kaltweiß)
  • CREE XHP35 Hi (wahlweise kalt- oder neutralweiß)

Die Nicht-Pro-Variante zeichnet sich durch einen etwas geringeren Lieferumfang aus. So ist kein Edelstahl-Bezel, kein Holster, und kein Aufsteck-Klappdiffusor mit an Bord.

Warum sich EagTac dazu entschieden hat, die Pro-Variante nur mit der XHP70.2 LED anzubieten, ist mir nicht bekannt. Hier in Deutschland ist meines Wissens nur die Pro-Version erhältlich.

Regelung

Auf der Turbo-Stufe mit 2500 ANSI-Lumen greift nach 60 Sekunden eine Temperaturüberwachung und -Steuerung. Diese regelt die Helligkeit der Lampe ständig, je nach erreichter Temperatur, stufenlos zwischen ca. 70% (1790 Lumen) und 100% Leistung. Die Regelung ist bemüht, die Temperatur nicht über 54°C ansteigen zu lassen. Jedoch wird dabei nie stärker als auf 70% abgeregelt. Stellt man die Lampe beispielsweise im Innenraum auf einen Tisch (so dass sich die Lampe also nicht abkühlen kann) und lässt sie in der Turbo-Stufe laufen, können schon Temperaturen über 54°C erreicht werden. Es empfiehlt sich also, die Lampe nicht unbeobachtet (ohne Körperkontakt) dauerhaft in der Turbo-Stufe laufen zu lassen.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird die Lampe in der Eagtac-typischen Kartonverpackung.

Die mit dem Verpacken betreuten Mitarbeiter müssen alle sehr erfahrene Tetris-Spieler sein; so fachmännisch, wie der enge Raum im Karton perfekt ausgenutzt wird.

Letztendlich findet sich folgender reichhaltiger Inhalt:

  • die Lampe
  • ein passender 26650-Akku (ist zum Auslieferungszeitpunkt bereits in die Lampe eingelegt, und durch ein Plastik-Plättchen gegen versehentliches Einschalten gesichert)
  • Holster
  • Garantiekarte und Gebrauchsanleitung in Englisch und (sofern man die Lampe in Deutschland erworben hat) in Deutsch
  • USB 3.0-Ladekabel und Steckernetzteil
  • Lanyard
  • Aufsteck-Klappdiffusor
  • zwei Ersatz-O-Ringe und eine Ersatz-USB-Abdeckung

Holster

Bei dem Holster handelt es sich um ein formfestes Nylonholster mit Druckknopf-Verschluss und rückseitiger Gürtelschlaufe.

Blick auf die Lampe

Die Lampe ist fehlerfrei gefertigt, und ist bereits rein optisch ganz klar als typische EagTac-Lampe erkennbar. Das Knurling am Griffstück besteht aus einem sehr feinen Muster (nicht zu sagen „kleinkariert“), und ist auch nicht besonders tief ausgeführt. Dadurch ist die Lampe, insbesonders mit feuchten oder nassen Händen, nicht unbedingt sehr rutschfest. Durch die dünne Bauform kann man sie aber trotzdem sehr fest und sicher in der Hand halten.

Der Lampenkopf mit dem Frontglas, Bezel, und den beiden Bedientasten.

Auf der Seite gegenüber der Buttons befindet sich die USB 3.0-Ladeluke, gesichert mit einer Gummiabdeckung. Diese Gummiabdeckung geht sehr leicht komplett ab; bei anderen EagTac-Lampen habe ich bereits die eine oder andere Abdeckung verloren. Insbesonders beim Entnehmen und Verstauen aus dem / in das Holster muss man achtgeben, dass sich diese Lasche nicht verselbständigt. Zum Glück legt EagTac mittlerweise wenigstens eine Ersatz-Abdeckung bei.

Das Heck der Lampe.

Der mitgelieferte Aufsteck-Klappdiffusor. Hier im zugeklappten Zustand:

Und hier aufgeklappt:

Die Lampe ist (bedingt durch die große LED in dem vergleichsweise kleinen Reflektor) eher ein Nahbereichs-Fluter, also ohne großartige Reichweite. Mit aufgestecktem Diffusor zerstreut sich das Lichtbild nochmals stärker; der Diffusor schluckt jedoch auch ziemlich viel Licht.

Der Reflektor hat zwar einen geringen Durchmesser, ist aber außergewöhnlich tief (die LED sitzt recht tief im Reflektor). Dadurch wird der Spill in seiner Ausbreitung begrenzt. Die Lampe strahlt also nicht sehr stark in die Breite, wie man auch bei den Beamshots (Link weiter unten) sehen kann.

Oben im Bild sieht man einen leichten Kritikpunkt, der auch schon andernorts bei der kleinen EagTac DX3B Mini bemängelt wurde: Das Akkurohr der Lampe ist (logischerweise) rund, aber die USB-Gummilasche ist gerade. Dadurch steht sie rechts und links etwas ab (was die Gefahr erhöht, dass man damit irgendwo unbeabsichtigt hängen bleibt).

Noch ein genauerer Blick in den glatten (SMO-)Reflektor und auf die LED.

Die abgeschraubte Tailcap (Endkappe) und der mitgelieferte Akku.

Die zerlegte Lampe.

Das Akkurohr der Lampe ist erstaunlich dünn für eine 26650-Lampe. Der Akku passt auch gerade so, saugend, in die Lampe. Von meinen zwei Lampenexemplaren lässt sich bei einer Lampe der Akku relativ leicht entnehmen. In der anderen Lampe klemmt der Akku etwas, und lässt sich nicht mehr so leicht entfernen. Auf der Suche nach der Ursache habe ich festgestellt, dass bei der einen Lampe das Akkurohr innen, am Übergang vom glatten Rohr zum Gewinde, ein kleines überstehendes Grat hat, an dem der Akku nicht so leicht vorbei kommt. Da werde ich ggf. mal mit einer kleinen Metallfeile „nachbessern“. Da der Akku aber in der Lampe geladen werden kann, sehe ich nicht unbedingt eine Notwendigkeit, den Akku regelmäßig zu entnehmen.

Der mitgelieferte Akku. Es handelt sich um einen ungeschützten Hochleistungs-INR-(LiIO-)Akku. Die Lampenelektronik bietet jedoch Schutz gegen Tiefentladung (greift bei 2,5V), Überladung (4,275V), Kurzschluss und Verpolung (falsches Einlegen). In der Lampe wird der Akku also gut geschützt.

Noch ein weiterer Blick auf die zerlegte Lampe.

Am Lampenkopf und in der Endkappe wird der Akku durch Federn gehalten.

Tailstand

Den Tailstand beherrscht die Lampe perfekt.

Bedienung

Die Bedienung hat sich gegenüber der MX30L3-CR und der MX30L4-C nicht großartig geändert; von daher möchte ich dies alles hier nicht wiederholen.

Neu ist lediglich, dass man die Low-Stufe, in der sich die Lampe bei Betätigung des weißen Buttons einschaltet, einstellen kann. Hierfür muss man, wenn man im eingeschalteten Zustand zu der gewünschten Start-Leuchtstufe wechselt, den weißen Button nicht gleich wieder loslassen, sondern für weitere 3 Sekunden gedrückt halten. Schaltet man die Lampe dann aus, und später wieder an, so schaltet sie sich in dieser gespeicherten Helligkeitsstufe ein.

Der weiße Einschalter ist zudem mit Farb-LEDs hinterlegt. Beim Laden, sowie in den ersten paar Sekunden nach dem Einschalten, liefert der Schalter durch blaue Blinkzeichen Auskunft über den Ladezustand des Akkus. Dies geht von 4* blinken (Akku fast voll) mit 1* blinken (Akku fast leer). Beim Laden via USB bleibt die blaue LED dauerhaft an, sobald der Ladevorgang abgeschlossen ist.

Geladen wird der Akku mit einem Ladestrom von 2A.

Im eingeschalteten Zustand leuchtet der weiße Button außerdem dauerhaft grün. Dabei ist die Helligkeit dieser grünen LED gekoppelt mit der eingestellten Helligkeit der Haupt-LED (je heller die Haupt-LED, desto heller auch diese grüne seitliche LED).

Ich hätte jetzt gedacht, dass sich dieses grüne Licht gegen Ende der Akkulaufzeit in ein Rot wechselt; dem ist aber nicht so. Bei fast leerem Akku fängt lediglich zusätzlich die blaue LED an zu blinken.

PWM

In keiner Helligkeitsstufe konnte ich Anzeichen von PWM entdecken.

Wegrollschutz

Einen Wegrollschutz hat die Lampe nicht. Beim „Umherkullern“ auf einer schiefen Ebene bleibt die Lampe kurz an der USB-Gummiabdeckung hängen. Wenn der Untergrund jedoch sehr schräg ist, rollt die Lampe einfach über diese Gummilasche hinweg.

White-Wall-Shot

Wie schon eingangs geschrieben, ist die Lampe eher ein Nahbereichs-Fluter. Der Spot ist recht groß.

Hier die kaltweiße Variante:

Und die neutralweiße:

Zu der Lichtfarbe, insbesonders bei der neutralweißen Version, möchte ich einiges schreiben. Generell kann man sagen, früher waren die neutralweißen Lampen von EagTac stärker gelblich eingefärbt. Zusätzlich dazu gibt es bei der TX3G Pro eine weitere „Eigenheit“, die man sonst nicht kennt. Um diesen zu verdeutlichen, hier zunächst ein Vergleich mit ein paar anderen Lampen:

Dies sind von links nach rechts:

  • Thrunite Neutron 2C V3, kaltweiß
  • EagTac TX3G Pro, kaltweiß
  • EagTac TX3G Pro, neutralweiß
  • Thrunite Neutron 2C V3, neutralweiß
  • Armytek Viking Pro XHP50, warmweiß

Nur vom Spill der Lampen her betrachtet, möchte man sagen, dass soweit alles wie gehabt ist. Betrachtet man jedoch den Spot der Lampen etwas genauer:

Dies sind nun von links nach rechts:

  • Thrunite Neutron 2C V3, kaltweiß
  • EagTac TX3G Pro, kaltweiß
  • Thrunite Neutron 2C V3, neutralweiß
  • EagTac TX3G Pro, neutralweiß

Während bei Lampen mit „nicht-dedomten“ LEDs normalerweise der Spill etwas bläulicher (bzw violetter bei neutralweißen) ist als der Spot, so ist es bei der TX3G Pro genau umgekehrt: der Spot ist kühler (bläulicher) als der Spill. Im Vergleich zur neutralweißen Thrunite Neutron (zweite von rechts) sieht der Spot der neutralweißen TX3G (ganz rechts) fast schon kaltweiß aus. Dies ist eine Eigenheit der TX3G Pro, die man – wie gesagt – vorher noch nicht kannte. Unser Gehirn wird sich an diesen „umgekehrten Effekt“ erst gewöhnen müssen. Andernorts kam bei der neutralweißen Version der TX3G Pro auch schon die Frage auf, ob eine gelieferte Lampe überhaupt die neutralweiße Version sei, oder nicht vielmehr die kaltweiße.

Insgesamt gefällt mir persönlich die Lichtfarbe der neutralweißen Variante jedoch sehr gut; sie ist fast frei von Farbverschiebungen (auf den Bildern sieht das immer schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist). Die neutralweiße TX3G Pro liegt in etwa in der Mitte zwischen den beiden Farben, die man „früher“ von EagTac als kaltweiß und neutralweiß kannte. (Dies scheint übrigens das neue „Ding“ von EagTac zu sein: bei meiner neuen, neutralweißen MX3T Pro ist es genauso – die liegt farblich ebenfalls in der Mitte zwischen den vorherigen MX30L3-CR CW und NW.)

Ich persönlich würde bei der TX3G Pro in jedem Fall die neutralweiße Version empfehlen. Diese hat in natura, wie gesagt, ein weitestgehend verfärbungsfreies „Reinweiß“. Leuten, die sich ein Neutralweiß tendenziell eher in Richtung Warmweiß wünschen (mit mehr Gelb- oder gar Rotanteil), werden an der TX3G Pro in NW jedoch unter Umständen keinen Gefallen finden; die Lichtfarbe dürfte dieser Personengruppe nicht „warm“ genug sein.

Die Lampe in der Hand

Wie ich schon eingangs schrieb, lässt sich die Lampe, dank des geringen Durchmessers, sehr griffig und fest in der Hand halten.

Verglichen mit …

Ich habe bereits hier eine Beamshot-Serie erstellt, in der ich die TX3G Pro mit ein paar anderen 1* 26650-Lampen verglichen habe.

Von links nach rechts:

  • Olight R50 Pro
  • Klarus G20L
  • Eagtac TX3G Pro
  • Fitorch P26R
  • HaikeLite SC02
  • Klarus G20
  • Acebeam EC50 II

Fazit

Für mich ist die TX3G Pro ein gelungener Einstieg von EagTac in das 1* 26650-Format. Die Lampe ist schön kompakt (sie passt in jede Jackentasche) und sehr hell. Mit dem flutigen Lichtbild und – dank 26650-Akku – langen Akkulaufzeiten ist sie für mich eine gute „Gassigeh-Lampe“ (auch wenn ich selbst gar keinen Hund habe).

Weiterführende Links

Ein Gedanke zu „Review EagTac TX3G Pro

  1. Ralf Bleymüller 25. Dezember 2017 at 23:06

    Hallo Markus,
    Frohe Weihnachten und Danke für die Vorstellung!
    Die Lampe sieht so lang aus,aber schick!
    Und kauf dir bitte einen Hund,aber nur einen!!!

    V.G.
    Ralf

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