Review Fenix PD35 TAC Camo Edition

Bereits seit ca. 2 Jahren gibt es die Fenix PD35 TAC (Tactical Edition), eine auf den taktischen Betrieb ausgelegte kompakte Taschenlampe. Nun hat Fenix eine Sonderedition dieser Lampe, die Camo Edition in grünem Militär-Look, herausgebracht.

Dabei haben sich die „inneren Werte“ der Taschenlampe im Vergleich zur normalen, schwarzen Version nicht geändert. Leistungsdaten, Bedienung und Lieferumfang sind gleich geblieben. Geändert hat sich wirklich nur die Farbe der Taschenlampe.

Obwohl sich die Leistungsdaten (Helligkeit, verwendete LED) nicht geändert haben, gehört die PD35 TAC damit keineswegs zum alten Eisen. Verbaut ist eine CREE XP-L V5 LED, die in der Lampe eine Helligkeit von 1000 Lumen liefert. Dies ist auch heute noch eine sinnvolle Bestückung für so eine Taschenlampe in dieser Größe. Die Lampe liefert damit ein Allrounder-Lichtbild mit einer gewissen Reichweite, und einer langen Ausdauer ohne Gefahr der Überhitzung. Klar gibt es mittlerweile auch hellere Taschenlampen in dieser Größe; jedoch geht dies mit Kompromissen einher: eine höhere Helligkeit führt zu einer schnelleren Überhitzung, so dass hellere Lampen in gleicher Baugröße früher die Leistung drosseln müssen. Zudem kommt die größere Helligkeit i.d.R. durch den Einsatz einer LED mit einer größeren Leuchtfläche zustande, welche dann – wenn sie im gleichen Reflektor mit dem gleichen Durchmesser verbaut wird – mit einer geringeren Reichweite glänzt (da größere LEDs i.d.R. zwar eine höhere Helligkeit, jedoch eine geringere Leuchtdichte haben). Mehr Helligkeit ist nicht gleichzusetzen mit höherer Reichweite; bei helleren Lampen in gleicher Größe verschiebt sich das Lichtbild eher in Richtung Fluter (mehr Licht im Nahbereich, aber weniger in der Ferne).

Leistungsdaten

LED:CREE XP-L V5, kaltweiß
Max. Leistung:1000 Lumen (Herstellerangabe, nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:200 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm (10000cd)
Leuchtstufen (*):8 Lumen (140 Stunden)
60 Lumen (29 Stunden 15 Minuten)
200 Lumen (8 Stunden 30 Minuten)
500 Lumen (2 Stunden 55 Minuten)
1000 Lumen (1 Stunde 10 Minuten)
Strobe
Wasserdicht:IPX-8, 2 Meter Eintauchtiefe für 30 Minuten
Stoßfest:1 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:2* CR123A-Batterien
1* 18650 LiIO-Akku
Maße:137mm (Länge)
25.4mm (Durchmesser)
Gewicht:89g ohne Akku
Besonderheiten:- 2 Betriebsmodi: Taktisch und Outdoor
- Cameo Edition in grünem Militär-Look

Regelung

Auf der höchsten Stufe mit 1000 Lumen wechselt die Lampe nach 5 Minuten in den „High“ Modus mit 500 Lumen, um eine Überhitzung zu vermeiden (auch „nur“ 1000 Lumen werden auf Dauer ziemlich heiß). Die anderen Stufen hält die Taschenlampe konstant bis zum Akkuende.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird die PD35 TAC Camo Edition in einer Fenix-typischen Kartonverpackung.

Im Vergleich zur normalen PD35 TAC wurde auch die Verpackung etwas geändert.

Im Inneren befindet sich die Lampe und das Zubehör sicher verstaut in einem Plastik-Inlay.

Der entblätterte Lieferumfang:

Mit dabei sind:

  • die Taschenlampe
  • ein Pocket-Clip
  • 2 CR123A Batterien
  • Holster
  • Anleitung, Garantiekarte und Werbe-Flyer
  • Lanyard und Ersatz-O-Ringe

Der ebenfalls abgebildete Fenix LiIO-Akku im 18650-Format und einer Kapazität von 3500mAh gehört nicht zum Standard-Lieferumfang. Ich habe meine Lampe im Flashlightshop (dem deutschen Importeur für Fenix) bestellt; dort kann man beim Kauf gleich den passenden Akku (und ggf. auch ein Ladegerät) mit auswählen.

Holster

Ein Standard-Holster aus Nylon, mit Klettverschluss und Gürtelschlaufe.

Blick auf die Lampe

Die Fenix PD35 TAC Camo Edition ist ein ganz besonderer Hingucker. Hier im Vergleich zum Standard-Modell in schwarz:

Die Qualität und Verarbeitung ist auf gewohnt hohem Fenix-Niveau. Die Beschichtung ist fehlerfrei, wenn auch ein bisschen fleckig. 🙂

Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, bei der Camo Farbe handelt es sich nicht um eine Anodisierung, wie es normalerweise bei schwarzen Lampen üblich ist. Die Farbe ist wahrscheinlich „aufgebacken“ o.ä., und dürfte daher wahrscheinlich nicht ganz so stoß- und kratzunempfindlich sein.

Der Kopf der Lampe mit dem Seitenschalter und ein paar angedeuteten Kühlrippen.

Der Heckschalter bietet beim Betätigen ein angenehm knackiges Feedback, und ist auch mit Handschuhen gut bedienbar. Seitlich die Ösen für das Lanyard.

Ein Blick in den glatten (SMO-) Reflektor mit der CREE XP-L LED.

Die zerlegte Lampe, und die möglichen Energielieferanten. Entweder zwei CR123A-Batterien (links im Bild), oder ein 18650-Akku (ganz rechts).

Ein Blick auf das Mittelstück. Die Gewinde sind sehr sauber ausgeführt, könnten für meinen Geschmack ab Werk aber ein wenig besser gefettet sein. Das Zuschrauben erzeugt „Metall auf Metall“-Geräusche. Mein Lampenexemplar habe ich im Anschluss nach den Bildern gleich mal mit etwas Silikongel eingefettet.

Ein Blick in die Tailcap von innen (links) und den Lampenkopf (rechts).

Sowohl in der Tailcap als auch im Lampenkopf wird der Akku (bzw. Batterien) mit vergoldeten Federn gehalten. Die Lampe funktioniert sowohl mit Button Top-, als auch mit Flat Top-Akkus.

Tailstand

Durch den hervorstehenden Heckschalter beherrscht die Lampe den Tailstand nicht.

Bedienung

Ein- und Ausgeschaltet wird die Lampe durch Betätigung des Endkappenschalters. Bei dem Schalter (engl. tail clicky) handelt es sich um einen Forward-Clicky mit Momentlichtfunktion: wenn man den Schalter nicht ganz durchdrückt sondern nur angetippt hält, hat man solange Licht, solange man den Schalter gedrückt hält. Lässt man den Schalter wieder los, geht die Lampe aus. Auch Lichtsignale geben wie z.B. Morsen ist damit möglich. Erst wenn man den Schalter vollständig durchdrückt, rastet er ein, und die Lampe bietet Dauerlicht (bis zum erneuten Klicken des Heckschalters).

Alles weitere ist davon abhängig, ob die Taschenlampen im taktischen- oder im Outdoor-Modus betrieben wird.

Im Outdoor-Modus verfügt die Lampe über Mode Memory; d.h. sie schaltet sich immer in der zuletzt verwendeten Helligkeitsstufe ein. Durch Drücken des Seitenschalters schaltet man sich durch die verschiedenen Helligkeitsstufen. Die Reihenfolge ist dabei von Low nach High (Turbo). Ist man bei Turbo mit 1000 Lumen angelangt, landet man bei einem erneuten Druck auf den Seitentaster wieder im Low-Modus mit 8 Lumen.

Strobe erreicht man durch Gedrückthalten des Seitenschalters für 2 Sekunden.

Im taktischen Modus hingegen ist der Seitenschalter am Lampenkopf ohne Funktion (und kann so bei taktischen Anwendungen nicht versehentlich betätigt werden). Die Lampe wird statt dessen vollständig über den Heckschalter gesteuert. Es stehen lediglich zwei Helligkeitsstufen (1000 Lumen und 60 Lumen) sowie Strobe zur Verfügung. Die Lampe verfügt im taktischen Modus nicht über Mode Memory; die Lampe schaltet sich immer auf Turbo (1000 Lumen) ein. Strobe erreicht man, indem man den Heckschalter vor dem eigentlichen kompletten Durchdrücken kurz antippt. Beim Loslassen und erneuten Drücken aktiviert sich Strobe. Die 60 Lumen-Stufe erreicht man auf ähnliche Weise. Hier tippt man den Heckschalter vor dem eigentlichen kompletten Einschalten zweimal kurz an. Also Tipp-Tipp-Click.

Hinweis: mein Exemplar befand sich bei Auslieferung im taktischen Modus; der Seitenschalter funktioniert dabei ja nicht. Ich habe anfangs wie wild den Seitenschalter gedrückt, und es tat sich nichts. Ich dachte schon, meine Lampe sei defekt, und wollte schon bei Fenix anrufen… ein Blick in die Anleitung hat geholfen.

Zum Wechseln zwischen dem taktischen- und dem Outdoor-Modus hält man den Seitenschalter im eingeschalteten Zustand der Lampe für 3 Sekunden gedrückt.

PWM

Die Taschenlampe ist in allen Helligkeitsstufen frei von PWM, und ist damit komplett flimmerfrei.

Wegrollschutz

Der Pocket-Clip bietet einen guten Wegrollschutz.

White-Wall-Shot

Das Lichtbild ist frei von Artefakten, bietet ausreichend Spill, und eine recht gute Reichweite für eine Lampe dieser Größe. Wie bei der XP-L LED üblich, verfärbt der äußere Spill leicht ins bläuliche.

Die Lampe in der Hand

Die Lampe liegt gut in der Hand; da gibt es nichts zu kritisieren. Der Heckschalter ist auch mit Handschuhen gut bedienbar.

Fazit

1 Zoll-Stiftlampen mit ~1000 Lumen sind sog. „Brot und Butter“-Lampen, wie sie fast jeder Taschenlampenhersteller im Sortiment hat. Die Camo Edition in grünem Militär-Look stellt hier eine erfrischende Abwechslung dar. Gepaart mit der bekanntermaßen hohen Qualität von Fenix haben wir hier eine Taschenlampe, die nicht nur für Sammler interessant sein dürfte.