Review Nextorch TA15

Mit der TA30 (mein Review zu der Lampe befindet sich hier) hat Nextorch eine taktische Taschenlampe mit ein paar außergewöhnlichen Features herausgebracht – ein Lampenkopf mit eingebauten Nano-Keramik Glasbrechern, sowie einer patentierten magnetischen Drehschalter-Bedienung.

Nun hat Nextorch mit der TA15 sozusagen die kleine Schwester vorgestellt: ausgestattet mit den gleichen Features, ist die TA15 (mein Exemplar stammt direkt aus dem Nextorch Online-Store) gedacht als kleine Backup-Taschenlampe. Mit ihrem Multi-Batterie-Design (sie schluckt so ziemlich alles, was es an Akkus und Batterien gibt) ist sie die ideale Notfall- und Reserve-Lampe.

Leistungsdaten

LED:CREE XP-L V6, kaltweiß
Max. Leistung:16340/14500 LiIO-Akkus: 600 Lumen
CR123A Batterien: 300 Lumen
AA Zellen (Mignon, Lithium NiMH): 130 Lumen
(Herstellerangaben, nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:150 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm
Leuchtstufen (*):Low: 50 Lumen
Medium: 240 Lumen
High: 600 Lumen
Strobe
Wasserdicht:IPX-8, 2 Meter Eintauchtiefe
Stoßfest:2 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:1* AA/AAA/CR123A/14500/16340
Maße:127mm (Länge)
30mm (Durchmesser am Lampenkopf)
22mm (Durchmesser Akkurohr)
Gewicht:90g ohne Akkus
Besonderheiten:Lampenkopf mit eingebauten Nano-Keramik Glasbrechern
Patentierte Magnet-Drehschaltersteuerung
Multi-Batterie-Design

(*) Dies sind die Leuchtstufen bei der Verwendung von LiIO-Akkus (16340, 14500). Bei den anderen Formaten sind die Leuchtstufen wie folgt:

  • CR123A: 300/120/25 Lumen
  • AA/AAA: 130/50/15 Lumen

Ich bin schon sehr gespannt, welche Laufzeiten bei den verschiedenen Akku-/Batterieformaten herauskommen. Die entsprechenden Laufzeitdiagramme werde ich zügig publizieren.

Verpackung und Lieferumfang

Wie es bei Nextorch üblich ist, wird die Lampe in einer stabilen Kartonverpackung geliefert.

Darin befindet sich der Inhalt gut geschützt in einem Plastik-Inlay.

Zum eigentlichen Lieferumfang gehören:

  • die Lampe mit Pocket-Clip
  • Bedienungsanleitung
  • Lanyard
  • 2 Ersatz-O-Ringe

Holster oder Batterien/Akkus sind nicht mit dabei.

Da die Bedienung und einige Features der TA15 identisch mit der TA30 sind, fällt dieses Review hier etwas kürzer aus als gewöhnlich. Vieles, was ich bei der TA30 schrieb, trifft auch auf die TA15 zu.

Blick auf die Lampe

Wie von Nextorch nicht anders gewohnt, ist die Lampe sauber und hochwertig gefertigt. Die Gewinde sind sauber geschnitten, gut gefettet, und laufen satt und kratzfrei. Die Anodisierung ist fehlerfrei und ohne Macken ausgeführt.

Die Lampe in voller Länge.

Wie schon bei der TA30, verschwindet auch hier der Ansteck-Clip bei zugeschraubter Endkappe ein Stück weit unter derselben, so dass sich bei korrekt zugezogener Endkappe der Clip nicht versehentlich lösen kann.

Der Kopf der Lampe mit den Nano-Keramik Glasbrechern zum Einschlagen von Scheiben.

Ein Blick in den glatten (SMO-)Reflektor und auf die sauber zentrierte XP-L V6 LED.

Das Heck der Lampe mit der Schaltzentrale, dem magnetischen Drehschalter.

Ein Blick in das Innere der Tailcap und auf das gut gefettete Gewinde.

Weiter kann man die Lampe nicht zerlegen; der Kopf ist fest mit dem Akkurohr verbunden.

Doch wie funktioniert es denn nun, dass die Lampe so viele unterschiedliche Akku- und Batterieformate „schluckt“, und das Ganze auch noch ohne Adapter?

Die Umsetzung ist so simpel wie genial: der Kontakt im Lampenkopf ist gefedert, und gibt je nach Länge der eingelegten Batterie um das richtige Maß nach. Die rückseitige Feder hinter der sichtbaren Kontaktplatte ist dabei so stark, dass die Lampe den eingelegten Akku bzw Batterie sehr stramm hält, so dass im zugeschraubten Zustand nichts klappert oder wackelt, und selbst Akkus/Batterien, die wesentlich dünner sind als der vorhandene Platz im Akkurohr, auch ohne Adapter absolut fest und sicher gehalten werden. Zusätzlich verjüngt sich das Akkurohr innen zum Lampenkopf hin etwas, so dass man die (im Vergleich zum AA-Format) dickeren CR123A-Batterien oder 16340-Akkus nicht ganz bis zum Anschlag am Lampenkopf in das Akkurohr „rammen“ könnte. Längere LiIO-Akkus mit 16er Durchmesser (z.B. das 16500-Format) lassen sich (entgegen meiner vorherigen Behauptung) also nicht verwenden. 50mm lange Akkus dürfen maximal ~15mm im Durchmesser haben, damit sie ganz in das Akkurohr eingeführt werden können.

Zusätzlich arbeitet die Lampe mit einem großen, variablen Spannungsbereich bis maximal 4,2V. Damit „frisst“ die Lampe die folgenden Akku-/Batterieformate, und mehr:

Von herkömmlichen AA Alkali- oder Lithium-Batterien über AA NiMH-Akkus (z.B. eneloop), CR123A Lithium-Batterien, bis hin zu LiIO-Akkus im Format 14500 und 16340 ist alles möglich. (Von den CR123A-Batterien bzw 16340-LiIO-Akkus passt jedoch immer nur eine in das Akkurohr; keine zwei hintereinander.) Auch für etwas längere 14500er mit aufgesetzter Schutzschaltung ist ausreichend Platz vorhanden.

Ja, notfalls passen und funktionieren sogar AAA Batterien/Akkus. (Jedoch auch hier immer nur eine Batterie auf einmal; ich habe versucht, zwei AAAs nebeneinander in die Lampe zu quetschen, aber das passt nicht.) Lediglich dickere LiIO-Akkutypen wie 18650 oder 18350 passen nicht (18650-Akkus sind der TA30 vorbehalten).

Tailstand

Durch den hervorstehenden Button an der Endkappe beherrscht die Lampe den Tailstand nicht.

Bedienung

Die Bedienung der TA15 ist komplett identisch zur TA30; deshalb gehe ich hier in diesem Review nicht näher darauf ein.

PWM

Zur Ansteuerung der niedrigeren Leuchtstufen unterhalb von 600 Lumen setzt die Lampe PWM ein. Die PWM-Frequenz ist dabei jedoch  hoch genug, so dass es dem menschlichen Auge nicht auffällt. Man kann das PWM jedoch sichtbar machen, wenn man ein digitales Sucherbild oder -Display einer Digitalkamera auf die LED richtet, oder wenn man mit der Lampe beispielsweise einen schnell drehenden Ventilator anleuchtet.

Wegrollschutz

Durch den Ansteck-Clip bietet die Lampe einen sehr guten Schutz gegen Wegrollen auf unebenem oder schiefem Untergrund.

White-Wall-Shot

Das Lichtbild unterscheidet sich nicht von dem der Nextorch TA30. Beim Anleuchten von nahen weißen Wänden sieht man durch die drei Nano-Keramik Glasbrecher im Bezel drei Einbuchtungen im äußeren Rand des Spills.

Ich bemühe jetzt die (vielleicht abgedroschene) Phrase „draußen sieht man es nicht“. Tatsache ist, anfangs stört es den einen oder anderen vielleicht; nach einer Weile nimmt man diese Ecken im äußeren Lichtkegel jedoch gar nicht mehr wahr. So ging es jedenfalls mir.

Die Lampe in der Hand

Sie ist schon wirklich zierlich, die Lampe. Sie ist noch etwas kürzer (und am Akkurohr noch etwas schmaler) als die ohnehin schon zierliche TA30.

Zum Glück hat sich aber die Schaltzentrale am Heck mit dem Button und dem magnetischen Drehring nicht verkleinert, sondern ist gleich groß wie bei der TA30 geblieben. Die Bedienung hätte sonst wahrscheinlich in eine filigrane Fummelei ausarten können.

Verglichen mit …

Hier ist die TA15 im Größenvergleich mit drei anderen Lampen von Nextorch. Von links nach rechts sind dies: PA5, TA15, TA30, sowie TA40.

Hier kann man schön sehen, dass das Heck mit den Steuerungselementen im Vergleich zur TA30 nicht kleiner geworden ist. Die Tailcap verjüngt sich lediglich an der Anschlussstelle zum Mittelteil der Lampe, damit sie auf das schmalere Akkurohr passt.

Auch der Lampenkopf hat sich nicht großartig verändert; der Durchmesser ist gleich geblieben. Damit hat die TA15 exakt das gleiche Lichtbild wie die TA30.

Fazit

Die TA15 hat alle Vorzüge der TA30 (ausgefeilte Bedienung über Magnet-Drehschalter und Heckschalter, Nano-Keramik Glasbrecher) geerbt. All dies in nochmals kompakteren Ausmaßen, gepaart mit der Universalität was die Energieversorgung betrifft, macht die TA15 zur idealen Backup-, Notfall- und Reservelampe, die auch für Prepper sehr interessant sein dürfte.

Beim Einsatz von LiIo-Akkus ohne Schutzschaltung muss man jedoch achtgeben, um eine Tiefentladung des Akkus zu vermeiden. Da die Lampe ja auch mit Spannungen unter 1,0V zurechtkommt und noch Licht gibt, hat sie keine Abschaltung wenn ein LiIO-Akku zur Neige geht (man kann zwar alle möglichen Akkutypen verwenden, aber die Lampe hat keine Konfigurationsmöglichkeit, dass man ihr sagen könnte, welcher Akkutyp eingelegt ist). Einen LiIO-Akku, der bis 1,0V entladen wurde, kann man getrost als „kaputt“ bezeichnen. Daher bei LiIO-Akkus am besten geschützte nehmen (bei geschützten LiIO-Akkus unterbricht eine auf dem Akku aufgebrachte Schutzschaltung die Stromentnahme, wenn die Entladeschlussspannung des Akkus erreicht ist).

Weiterführende Links

Hier werden demnächst noch Beamshots und Laufzeitdiagramme erscheinen.

PS: Bei dem Messer im Titelbild handelt es sich um ein Pohl Force Alpha Four Outdoor 1059.