Großes Fitorch Review: MR35, P26R, P30R, P30Z, P20R, ER16, EC10

Ungefähr im September dieses Jahres (2017) erschien ein neuer, in China ansässiger Hersteller namens „Fitorch“ auf dem Taschenlampen-Markt. Das ist nichts Besonderes, könnte man jetzt denken. Jedoch verblüffte Fitorch die einschlägige Fachwelt, indem sie quasi von 0 auf 100 ein ausgereiftes und breit gefächertes Produktsortiment vorstellten. Der überaus professionelle Auftritt des Unternehmens (Webseite, Aufmachung der Produktverpackungen, und nicht zuletzt das gekonnte Design der Taschenlampen) runden den positiven Gesamteindruck ab. (Alleine schon die Bilder auf deren Webseite sind der Hammer. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man so etwas nicht innerhalb von einem Monat lernt.)

Heute möchte ich hier die aktuellen Taschenlampen-Produkte dieser Firma in einem Mega-Review vorstellen.

In Deutschland bekommt man Fitorch-Lampen im msitc-shop.

Relativ „selbstbewusst“ sind auch die Preise der Lampen. Sie liegen nur knapp unterhalb den entsprechenden Lampen des Mitbewerbs. So vergleiche ich beispielsweise die Fitorch P30R (79,90 Euro) mit der Klarus XT11S (89,90 Euro). Ein Preisunterschied von 10 Euro, wobei bei der Klarus noch ein Akku mit dabei ist, und bei der P30R nicht.

Generell muss ich jedoch sagen, dass ich die Preise von Fitorch angemessen und gerechtfertigt empfinde. Die Lampen haben eine Qualität, die sich (meiner Meinung nach) nicht hinter (beispielsweise) der von Fenix verstecken muss.

Zunächst möchte ich mich jedoch noch etwas mit der Frage beschäftigen, wie es diesem Startup-Unternehmen gelingt, vom ersten Tag an eine komplette Produktpalette dermaßen professionell aus dem Boden zu stampfen und zu vermarkten. Wer den Werdegang von anderen Taschenlampen-Herstellern verfolgt, der weiß (z.B. anhand des Beispiels von HaikeLite), dass es Jahre dauern kann, bis die Lampen eines Herstellers nicht mehr aussehen, als wären sie kurz nach dem 2. Weltkrieg aus ausgemusterten Panzer-Kanonenrohren zusammengedengelt worden (wobei ich jetzt keinesfalls HaikeLite schlecht reden möchte; ich bin ein großer Fan der Marke).

Nun, ein Blick auf die Webseite des Herstellers Fitorch verrät, dass der Gründer der Firma langjährige Erfahrung im Bereich Forschung und Entwicklung hat, und über reichhaltige Branchenresourcen verfügt. Ich interpretiere das so, dass sich da einige Leute aus dem Umfeld von anderen, bekannten Taschenlampen-Marken zusammengetan haben, um etwas Eigenes anzufangen. Es ist bestimmt kein Zufall, dass die Verpackungen irgendwie ähnlich wie die von Fenix aussehen, und die Lampen, als ob sie eine Mischung aus Fenix, Klarus und Jetbeam seien …

Doch nun zu den eigentlichen Taschenlampen: aufgrund der optischen Ähnlichkeiten der Fitorch-Lampen untereinander dachte ich, dass ich alle in einem einzigen Review zusammenfassen könnte, da sich bei den einzelnen Beschreibungen bestimmt viel Redundanz herauskristallisieren würde. Leider hat sich herausgestellt, dass dem nicht unbedingt so ist. Trotz der offensichtlichen optischen Ähnlichkeit unterscheiden sich die Lampen doch in wesentlichen Details, auf die es sich lohnt, im Review einzugehen. So ist dieses Review leider deutlich länger (und für mich zeitaufwändiger) geworden, als ursprünglich geplant. (Die Fertigstellung dieses Reviews habe ich schon 14 Tage vor mir her geschoben.)

Leistungsdaten

Hier zunächst die nackten Hersteller-Leistungsangaben, zusammengefasst in einer großen Tabelle:

 MR35P26RP30RP30ZP20RER16EC10
LED(s)CREE XP-L,
+ 4 farbige
RGB- bzw.
UV-LEDs
CREE XHP70CREE XP-LCREE XP-LCREE XP-LCREE XP-L2CREE XP-L
Max. Helligkeit
(ANSI-Lumen)
12003600118075011801000700
Leuchtweite180m
(13300cd)
265m
(21300cd)
285m
(23300cd)
190m
(11300cd)
245m
(18600cd)
150m
(4500cd)
165m
(6823cd)
Reflektor/OptikOrange Peel,
fix
Orange Peel,
fix
glatt (SMO),
fix
Zoom,
verstellbar
glatt (SMO),
fix
glatt (SMO),
fix
glatt (SMO),
fix
Leuchtstufen
(Lumen, Dauer)
1200 (1.5h)
300 (3.8h)
30 (120h)
Strobe
Rot, Grün,
Blau, UV
3600 (90s)
[-> 1200 (2.5h)]
650 (5.2h)
120 (25h)
20 (150h)
Strobe
1180 (1.5h)
300 (3.8h)
30 (120h)
Strobe
SOS
750 (2.15h)
300 (3.8h)
30 (120h)
Strobe
SOS
1180 (1.5h)
300 (3.8h)
30 (120h)
Strobe
SOS
1000 (0.5h)
340 (1.5h)
100 (6h)
3 (60h)
Strobe
700 (0.9h)
100 (2.5h)
30 (8h)
Strobe
SOS
Wasserdicht
<----- IPX-8 ----->
Stoßfest
<----- 2 Meter Fallhöhe ----->
StromversorgungLiIO-Akku
(18650)
LiIO-Akku
(26650)
LiIO-Akku
(18650)
LiIO-Akku
(18650)
LiIO-Akku
(18650)
LiIO-Akku
(16340)
bzw.
CR123A-
Batterie
LiIO-Akku
(14500)
bzw.
NiMH-
Akku
Maße
(Länge / Kopf)
147.5mm
* 40mm
132mm
* 37mm
144mm
* 35mm
129mm
* 34.6mm
139mm
* 25.4mm
93mm
* 24.5mm
100mm
* 18.5mm
Gewicht
(ohne Akku)
170.2g136.5g136g124.6g103g72.4g33.8g

(Der Hersteller bezieht sich bei den Leistungsangaben auf den ANSI/NEMA FL1 Standard.)

Verpackung und Lieferumfang

Allen Lampen gemein ist, dass sie in einer ansprechenden Karton-Verpackung mit Plastik-Inlay geliefert werden:

Im detaillierten Lieferumfang unterscheiden sich die Lampen jedoch. Bei allen ist, neben der Lampe, in jedem Fall noch mit dabei:

  • ein Holster,
  • Lanyard,
  • Ersatz-O-Ringe, und
  • die Anleitung.

Des weiteren ist je nach Lampe noch Folgendes mit an Bord:

MR35:

  • ein geschützter LiIO-18650-Akku mit einer Kapazität von 2600mAh,
  • ein USB-Ladekabel,
  • ein Pocket-Clip,
  • eine Ersatz-Gummi-Abdeckung für den Heckschalter.

P26R:

  • ein geschützter LiIO-Akku im 26650-Format mit einer Kapazität von 4500mAh,
  • ein USB-Ladekabel,
  • ein USB-Adapter, um die Lampe als Powerbank zu benutzen (z.B. um unterwegs ein Handy aufzuladen),
  • ein Schlüsselring.

P30R und P20R:

  • ein USB-Ladekabel,
  • ein Pocket-Clip,
  • eine Ersatz-Gummi-Abdeckung für den Heckschalter,
  • ein USB-Adapter, um die Lampe als Powerbank zu benutzen,
  • ein Schlüsselring.

P30Z:

  • Ein LiIO-18650-Akku mit einer Kapazität von 3400mAh,
  • ein Pocket-Clip,
  • eine Ersatz-Gummi-Abdeckung für den Heckschalter.

ER16:

  • ein USB-Ladekabel,
  • ein Pocket-Clip

EC10:

  • ein Pocket-Clip,
  • eine Ersatz-Gummi-Abdeckung für den Heckschalter.

Mein Fazit zum Lieferumfang

Generell kann man den Lieferumfang als „üppig“ bezeichnen. Vorsicht geboten ist jedoch bei den USB-ladbaren Lampen: nicht bei allen gehört ein passender Akku zum Standard-Lieferumfang dazu. Bei den beiden taktischen Lampen P20R und P30R, sowie bei der kleinen ER16, ist kein Akku dabei.

Dafür ist bei der Zoomlampe P30Z ein Akku mit dabei; und das, obwohl der Akku nicht direkt in der Lampe geladen werden kann. Hier wird also zusätzlich noch ein externes Ladegerät benötigt.

Insgesamt erscheint mir das Zubehör (speziell die Akkus) über die gesamte Produktpalette hinweg betrachtet also nicht ganz einheitlich bzw. konsequent umgesetzt zu sein.

Holster

Die Holster von Fitorch sind von überdurchschnittlich guter Qualität.

Die Nylon-Holster sind sehr stabil, und sehr gut verarbeitet.

Regelung

Bei der Regelung der Lampen gibt es einige Unterschiede. Meines Erachtens hat einzig die P26R (3600 Lumen) eine echte temperaturabhängige Steuerung. Aus dem kalten Zustand heraus hält die Lampe die 3600 Lumen für ca. 90 Sekunden; anschließend regelt sie langsam und stufenlos ab auf eine Stufe mit 1200 Lumen. Beim erneuten Hochschalten bzw Aus- und direkt wieder Einschalten dauert es nicht mehr so lange, bis die Lampe abregelt. Dies ist ein Hinweis auf eine Temperaturüberwachung und -Steuerung.

Die anderen Lampen haben, so wie ich es sehe, eine rein timergesteuerte Regelung. Die beiden taktischen Lampen, P20R und P30R, machen nach exakt 2 Minuten einen harten Step-Down auf die zweite Helligkeitsstufe. Man kann an dieser Stelle direkt wieder hochschalten; dann dauert es wieder 2 Minuten zum Step-Down.

Die anderen Lampen haben zwar ebenfalls einen timergesteuerten Step-Down (bei der MR35 tritt dieser nach 3 Minuten ein); allerdings ist es bei diesen Lampen kein harter und sichtbarer Step-Down „auf einen Schlag“, sondern die Leistung wird über einen Zeitraum von mehreren Sekunden stufenlos (und für das Auge kaum wahrnehmbar) Stück für Stück heruntergeregelt auf ein niedrigeres Niveau.

Insbesonders bei den beiden taktischen Lampen P20R und P30R hätte ich persönlich mir ebenfalls solch eine stufenlose Regelung gewünscht.

Blick auf die Lampen

Hier sind von links nach rechts: MR35, P26R, P30R, P20R, P30Z, ER16, EC10.

Ein Blick in die Reflektoren:

Die Lampen von oben:

Die USB-Ports bei den USB-ladbaren Lampen (P26R, P30R, MR35, P20R, ER16):

Die Micro-USB-Buchse, sowie die Gummi-Abdeckung ist bei allen Lampen gleich. Diese USB-Buchsen (bzw die Aussparungen) sind sehr klein (es passt nicht jedes USB-Kabel hinein (wobei die mitgelieferten natürlich passen)), und die Gummi-Lippe ist sehr (speziell bei den größeren Lampen, wie ich finde, unnötigerweise) filigran; nicht zu sagen „etwas fummelig“.

Die zerlegten Lampen:

Die meisten Lampen (mit Ausnahme der P26R und der ER16, bei welchen der Kopf fest mit dem Akkurohr verbunden, und daher nicht abschraubbar ist) lassen sich in drei Teile zerlegen: Kopf, Akkurohr, sowie Heck.

Im Heck befinden sich bei allen Lampen Federn (manchmal dicker (P26R), manchmal dünner (EC10)). Am Lampenkopf sind es je nach Lampe entweder Federn, oder feste Kontakte.

Mit Ausnahme der beiden ganz kleinen ER16 und EC10 funktionieren in allen Lampen sowohl Button-Top, als auch Flat-Top-Akkus. Lediglich ER16 und EC10 benötigen Akkus mit erhobenem Pluspol.

Tailstand

Bei den Lampen mit Heckschalter (Tail clicky) darf man nicht davon ausgehen, dass sie den Tailstand beherrschen. Bei den meisten Lampen mit Heckschalter schaut dieser zu weit über den Lanyard-Ösen hervor, so dass die Lampen beim Tailstand-Versuch entweder umkippen, oder nur sehr sehr wackelig stehen.

Die kleine EC10 beherrscht den Tailstand sicher, da hier der Heckschalter ausreichend vertieft ist. Dummerweise ist dadurch gerade die EC10 am schwersten zu bedienen, da sie so einen kleinen Durchmesser hat. So einen kleinen Daumen muss man erst einmal haben, dass dieser zwischen den Lanyard-Ösen hindurch passt, um den Heckschalter zu betätigen. Ich drücke diesen bei dieser Lampe immer mit dem Zeigefinger …

Für die Lampen ohne Heckschalter (P26R und EC16) ist der Tailstand natürlich kein Problem.

Bedienung

Die Bedienung der Lampen erscheint auf den ersten Blick gleich (Lampen mit Heckschalter (es ist immer ein Forward-Clicky verbaut) werden über diesen ein- und ausgeschaltet; mit dem Seitenschalter schaltet man die Leuchtstufen durch; Lampen ohne Heckschalter schaltet man mit kurzem Druck auf den Seitenschalter ein, und mit langem Druck wieder aus), ist bei genauerer Betrachtung in Details jedoch so unterschiedlich.

Bei den Lampen ohne Seitenschalter (EC10 und P30Z) werden die Leuchtstufen vor dem eigentlichen Einschalten, durch Antippen des Heckschalters, vorausgewählt.

Alle Lampen haben Mode Memory; sie schalten sich also immer in der zuletzt benutzten Helligkeitsstufe ein.

Bei keiner Lampe gibt es eine Möglichkeit, die Lampe gezielt im Turbo- oder im Low-Modus einzuschalten. (Hier sollte meiner Meinung nach nachgebessert werden.)

Die Lampen mit Seitenschalter haben die Möglichkeit, die Akkuspannung durch Blinksignale anzuzeigen, und zwar mit einer Genauigkeit von 0,1V. Bei einer Spannung von 4,1V blinkt der Seitenschalter zunächst 4* grün, dann 1* rot. Bei einer Spannung von 3,8V blinkt es 3* grün, dann 8* rot. Bei Lampen mit Heckschalter hält man hierfür den Seitenschalter gedrückt, während man den Heckschalter betätigt. Bei den Lampen ohne Heckschalter drückt man hierfür 3* schnell hintereinander den Seitenschalter.

Soweit die Gemeinsamkeiten. Kommen wir nun zu den Unterschieden im „Kleingedruckten“. Dies fängt damit an, dass im eingeschalteten Zustand der Lampen deren Seitenschalter nur bei den beiden taktischen Modellen P20R und P30R dauerhaft leuchtet:

Bei den anderen Lampen bleibt die Beleuchtung des Seitenschalters im eingeschalteten Zustand der Lampen aus.

Dafür haben die anderen beiden großen Lampen im ausgeschalteten Zustand eine Locator-Beacon-Funktion: hierfür den Seitenschalter 4* schnell betätigen. Lediglich die kleine EC16 hat diese Funktionalität nicht. (Die beiden taktischen Lampen P20R und P30R ebenfalls nicht.)

Allen Lampen gemein hingegen ist, dass der Seitenschalter bei niedrigem Akkustand anfängt, rot zu blinken; zuerst langsam (ab 3,4V), dann schnell (ab 3,0V).

Während dem Aufladen an einer USB-Stromquelle blinken die Seitenschalter grün. Gegen Ende (wahrscheinlich, wenn die CV-Phase des Ladevorgangs einsetzt) leuchtet der Seitenschalter dauerhaft grün. Sowie der Ladevorgang komplett beendet ist, erlischt die Seitenschalterleuchte. Diese Art des Feedbacks beim Laden ist etwas ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Lampen. Mich hat dies anfangs so verwirrt, dass ich die genaue Bedeutung erst in der Bedienungsanleitung nachlesen musste.

Die Strobe-Funktion verbirgt sich bei den Lampen mit Seitenschalter hinter einem Doppelklick auf ebendiesen Seitenschalter. Bei der Zoomlampe P30Z aktiviert man den Strobe durch einen schnellen Doppelklick des Heckschalters. Lediglich bei der kleinen EC10 liegt Strobe und SOS unglücklicherweise mit in der normalen Schaltreihenfolge.

Ein letzter Punkt, in dem sich die Lampen in der Bedienung unterscheiden, ist das Durchschalten der Helligkeitsstufen über den Seitenschalter:

  • P20R und P30R wechseln beim Durchschalten der Helligkeit immer Low-Mid-High – Low-Mid-High…
  • ER16 hingegen wechselt immer von High nach Low durch.
  • MR35 und P26R wechseln von Low nach High, und dann wieder runter nach Low, und dann wieder rauf nach High…. die Reihenfolge ist also Low-Mid-High-Mid-Low-Mid-High ….
  • Bei der MR35 ist die Schaltreihenfolge direkt nach dem Einschalten immer von High nach Low.
  • Die P26R hingegen merkt sich beim Einschalten die letzte Schaltreihenfolge. Wenn man die P26R also einschaltet, und sie schaltet sich auf der mittleren Stufe ein, dann weiß man unter Umständen nicht, ob die Lampe beim folgenden Antippen des Seitenschalters hoch oder runter wechselt. Dies hängt eben davon ab, in welche Richtung man bei der letzten Benutzung der Lampe zuletzt war.

Fazit zum User Interface:

Wie man unschwer sieht, fällt die Bedienung der einzelnen Lampen im Detail doch sehr unterschiedlich aus. Hier hätte ich mir über die Produktpalette hinweg eine etwas einheitlichere Benutzerführung gewünscht.

PWM

  • Die P26R hat auf der niedrigsten Stufe PWM
  • Die P30Z hat auf der niedrigsten und auf der mittleren Stufe PWM
  • Die ER16 hat auf den unteren drei Leuchtstufen PWM
  • Die EC10 hat auf den unteren beiden Stufen PWM

Die anderen Lampen bzw Leuchtstufen sind frei von PWM. Die beiden taktischen Lampen P20R und P30R, sowie die MR35, kommen komplett ohne PWM aus.

Die Lampen in der „Einzelkritik“

MR35

Durch den relativ großen Kopf hat die Lampe trotz der verwendeten XP-L LED eine gute Reichweite. Das Alleinstellungsmerkmal der Lampe sind jedoch ganz klar die Farb- sowie UV-LEDs.

Zu den Farben wechselt man durch langes Gedrückthalten des Seitenschalters (im eingeschalteten Zustand der Lampe). Die Farb-LEDs unterliegen nicht dem Mode Memory der Lampe; die Lampe schaltet sich also immer in weißer Lichtfarbe ein. Erst wenn sie an ist, kann man zu den farbigen LEDs wechseln.

Diese Farb- und UV-LEDs sind überragend leistungsstark. Hier mal ein Vergleich der jeweiligen Farben zu den Farben der Nitecore SRT9. Bei den folgenden Bildern kommt immer zuerst die MR35, dann die SRT9 (Belichtungseinstellungen waren jedesmal die gleichen):

Dadurch, dass die Farb-LEDs bei der MR35 nicht mittig im Reflektor sitzen, haben die Farb-LEDs einen dunklen Spot in der Mitte des Lichtkegels.

Die UV-LED dürfte in etwa die gleiche Wellenlänge haben wie die der SRT9; also knapp unter 400 nm (die berühmten Adler auf der Rückseite eines Personalausweises kann man mit beiden nicht sichtbar machen; dazu benötigt es 365 nm). Wenn man bei der MR35 die UV-LED aktiviert, leuchtet immer auch die grüne LED ganz schwach mit. Ich nehme an, dies geschieht absichtlich, damit man zusätzlich zum UV-Licht auch noch etwas Licht im sichtbaren Spektrum hat, zum Orientieren im Dunkeln.

P26R

Eine weitere Lampe, die überzeugt. Die angegebene Lichtleistung von 3600 Lumen kaufe ich der Lampe ab. Im Deckenbounce-Vergleich zur Imalent DN70 (angegeben mit 3800 Lumen) ist die P26R definitiv heller.

Die DN70 hat jedoch die größere Reichweite (durch die dedomte LED), und auch die etwas schönere Lichtfarbe. Zudem ist die DN70 ca. 1cm kürzer als die P26R (welche dafür jedoch den schlankeren Kopf hat).

Wenn ich mich zwischen DN70 und P26R entscheiden müsste, wüsste ich nicht, welche ich bevorzugen sollte. Sie haben beide ihre Vorteile.

P30R

Auch die P30R leistet sich keine groben Schnitzer. Der Heckschalter ist (wie auch bei der MR35 und der P20R) knackig, und lässt sich auch mit Handschuhen sicher bedienen.

Wie bei der P20R würde ich mir jedoch wünschen, dass ein Akku zum Lieferumfang dazu gehörte.

P30Z

Bei der P30Z handelt es sich um eine Zoomlampe mit Drehzoom. Der Dreh-Bereich ist allerdings recht kurz (nur etwas mehr als 180 Grad); so lässt sich trotz Dreh-Mechanik recht schnell zwischen Zoom und Weitwinkel wechseln (ich persönlich bevorzuge ansonsten eigentlich Schiebe-Zooms).

In der Weitwinkel-Stellung ist das Lichtbild absolut einheitlich hell und frei von Artefakten. Das Lichtbild in der Zoom-Stellung gleicht dem der neueren Fenix-Zoom-Lampen; das Lichtbild ähnelt im Zoom-Modus eher einer herkömmlichen Reflektor-Lampe: es ist zusätzlich zum Spot auch noch reichlich Licht im Spill.

Zwischen den beiden Extremen weist das Lichtbild leider recht starke Artefakte auf.

P20R

Hier gilt das bereits bei der P30R gesagte.

ER16

Eine nette, kleine Lampe, die wahlweise mit 16340-LiIO-Akkus, als auch mit CR123A-Batterien zu betreiben ist. 18350-IMR-Akkus passen nicht in die Lampe hinein.

Die ER16 hat außerdem als einzige unter den hier vorgestellten Lampen einen Magneten in der Tailcap verbaut.

EC10

Eine bezüglich ihrer Energiequellen sehr universelle Lampe. Sie funktioniert sowohl mit Alkali-Batterien, als auch mit NiMH-Akkus und mit 14500-Akkus. Dabei ist im Akkurohr ausreichend Platz auch für größere, geschützte 14500-Akkus. Die geschützten Soshine 14500 mit 800mAh beispielsweise passen ohne Probleme. Lediglich einen erhobenen Pluspol müssen die Akkus aufweisen. Klassische Flat-Top-Akkus bekommen in der Lampe keinen Kontakt (wobei man sich hier sicher mit einem kleinen Magneten behelfen könnte).

Mit NiMH-Akkus erreicht die Lampe ca. 200 Lumen.

Der Heckschalter der Lampe ist so klein und versenkt, dass ich ihn nicht mit dem Daumen, sondern nur mit dem Zeigefinger betätigen kann.

Fazit

Fitorch – a new star is born! Mir gefallen die Lampen außergewöhnlich gut. Die Qualität ist über jeden Zweifel erhaben; die Lampen sind absolut ihr Geld wert. Das Zubehör ist reichhaltig.

Was ich allerdings etwas vermisse, ist die Möglichkeit, die Lampen gezielt auf Low oder Turbo einschalten zu können. Ich hätte mir außerdem etwas mehr Einheitlichkeit über die einzelnen Lampen hinweg gewünscht – dies betrifft die Bedienung und die verwendete Regelung, als auch das mitgelieferte Zubehör.

Weiterführende Links

Beamshots: https://www.lilahand.de/2017/11/15/fitorch-beamshot-serie/

Hier werden demnächst außerdem noch Laufzeitdiagramme veröffentlicht.

7 Gedanken zu „Großes Fitorch Review: MR35, P26R, P30R, P30Z, P20R, ER16, EC10

  1. Roter Taschenlampenranger 8. November 2017 at 23:06

    Alter Verwalter, deine Reviews sind aus meiner Sichtweise sowieso schon hochprofessionell und mit die besten die es in Deutschland gibt, und das meine ich wirklich ernst.
    Aber hiermit hast du dich absolut selber übertroffen und hast mich von Fitorch überzeugt, die Lampen, Verpackung und der Firmenauftritt wirkt wirklich professionell.
    Auf jeden Fall ein Hersteller den man im Blick behalten muss.

  2. Neongelber Handschuh 9. November 2017 at 11:06

    Tolles Sammelreview!
    Die MR35 oder die P26R sind meine Favoriten, die Helligkeit der Farb LEDs der MR35 gefällt mir sehr. Hoffentlich folgen noch größere Modelle bei FiTorch.
    Ist das PWM der P26R mit den Augen wahrnehmbar?
    Beste Grüße Neongelber Handschuh

    • Markus 9. November 2017 at 11:10

      Hallo,
      das PWM bei der P26R ist mit den Augen überhaupt nicht wahrnehmbar. Die PWM-Frequenz ist wirklich sehr hoch. Selbst mit dem digitalen Kamera-Sucher hätte ich das PWM fast übersehen, so fein sind die Linien im Display. Beinahe hätte ich geschrieben, die P26R habe kein PWM.
      Viele Grüße,
      Markus

  3. Neongelber Handschuh 9. November 2017 at 11:23

    Klasse Markus, die P26R behält die 1200Lumen über 2 Stunden, das ist echt gute Puste. Zur Abrundung freue ich mich auf den Beam.
    Beste Grüße Neongelber Handschuh

  4. Haselnuss 9. November 2017 at 16:07

    Moin Markus,
    hochprofessionelles „Sammelreview“! Hut ab!

    Du schreibst im Text zur MR35 öfter von einer MK35. Manker? 🙂

    Zu den Lampen möchte ich nur sagen, dass die Preise ohne Rabatte in direkter Konkurrenz zu etablierten Herstellern stehen und sehr ambitioniert sind. Ein Alleinstellungsmerkmal ausgeprägter Art finde ich da auch nicht.

    • Markus 9. November 2017 at 16:26

      Danke! 🙂
      Huch, tatsächlich! Ein freudscher Vertipper. 🙂 Ich hab’s korrigiert.
      Viele Grüße,
      Markus

  5. Black Forest 19. November 2017 at 1:53

    Beeindruckende Präsentation der Fitorch Taschenlampen. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung dieser Marke. Gruß Stefan

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