Review Nextorch E51

Um es gleich zu sagen: es geht hier um die Lampe. 🙂

Seit Erscheinen der TA30 hat Nextorch zwei weitere interessante taktische Taschenlampen auf den Markt gebracht. Eine davon ist die E51, welche ich heute vorstellen möchte.

Mit der E51 hat Nextorch es sich zum Ziel gesetzt, eine möglichst einfache, kompakte, robuste, aber vor allem günstige taktische Taschenlampe zu kreieren. Diese „low cost“ Lampe, die dabei herausgekommen ist, ist für 59,- Euro im Nextorch Online Store erhältlich. Wenn man den Lieferumfang betrachtet, sowie der Tatsache, dass Nextorch auf die Lampe 5 Jahre Garantie gibt (und man eine Rechnung mit ausgewiesener MWSt erhält 😉 ), finde ich den Preis sehr attraktiv und konkurrenzfähig.

Leistungsdaten

LED:CREE XP-L V6, Kaltweiß
Max. Leistung:1000 Lumen, nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:195 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm
Leuchtstufen:Low: 25 Lumen für 70 Stunden
Mid: 280 Lumen für 5 Stunden 45 Minuten
High: 1000 Lumen für 3 Stunden 45 Minuten
Strobe
Wasserdicht:IPX8, 2 Meter Eintauchtiefe
Stoßfest:1 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:1* Lithium-Ionen Akku im 18650 Format (wird mitgeliefert)
Maße:131mm (Länge) * 27mm (Durchmesser am Lampenkopf) * 22mm (Durchmesser am Akkurohr)
Gewicht:77g ohne Akku

Regelung

Wie der Fachmann schon an der angegebenen Laufzeit von 3 Stunden 45 Minuten für die 1000 Lumen-Stufe erkennen kann, hält die Lampe die höchste Helligkeitsstufe nicht konstant. In den ersten 4 Minuten regelt die Lampe langsam und stufenlos (für das Auge fast nicht bemerkbar) ab auf ca. 40%. Dies verhindert ein Überhitzen der Lampe, und sorgt für eine lange Akkulaufzeit. Man kann die Lampe jederzeit aus- und wieder einschalten, um wieder an die 1000 Lumen zu kommen.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird die Lampe, wie bei Nextorch üblich, in einer stabilen Kartonverpackung.

Darin befindet sich eine Plastik-Einlage, in der Lampe und Zubehör stabil verstaut sind.

Der gesamte Lieferumfang ist wie folgt:

  • Die Lampe mit bereits montiertem Pocket-Clip,
  • ein 18650er LiIO-Akku mit einer Kapazität von 2600mAh,
  • ein USB-Ladekabel,
  • ein Lanyard,
  • zwei Ersatz-O-Ringe, sowie
  • die Anleitung in verschiedenen Sprachen (deutsch ist ebenfalls enthalten).

Lediglich ein Holster ist nicht dabei. Dieses ist wahrscheinlich dem Rotstift zum Opfer gefallen, um das Ganze preislich attraktiv zu halten.

Blick auf die Lampe

Bei der E51 handelt es sich im Prinzip um eine typische 1 Zoll Fix-Fokus-Lampe mit Tailclicky-Bedienung. Die Lampe ist fehlerfrei und tadellos verarbeitet; das Frontglas ist klar und frei von Kratzern, der Reflektor ist frei von Einschlüssen, und die Anodisierung weist keine Macken auf.

Bei dem Schalter am Heck handelt es sich um einen Forward-Clicky mit Momentlicht-Funktion. Der Clicky ist angenehm schwer gängig, und rastet mit einem hörbaren Klicken sauber ein.

Seitlich an der Tailcap befinden sich zwei Aussparungen für das Lanyard.

Der Kopf der Lampe mit den länglichen Ausbuchtungen, welche als Wegrollschutz dienen. Kühlrippen sind keine vorhanden.

Ein Blick in den Reflektor.

Die LED ist sauber zentriert; allerdings scheint die LED zur vorgesehenen Position auf dem Board leicht verdreht zu sein. Dies fällt aber nur bei dieser extremen Makro-Aufnahme auf (mir ist es erst aufgefallen, als ich die Aufnahmen am PC bearbeitet habe), und hat auch keine Auswirkungen auf das Lichtbild.

Die Lampe mit abgeschraubter Endkappe. Weiter kann man die Lampe nicht zerlegen (der Kopf ist fest mit dem Akkurohr verbunden).

Ein Blick in die Endkappe.

Sowohl an der Endkappe, als auch im Akkurohr am Lampenkopf (unten stehende Aufnahme) wird der Akku mit vergoldeten Federn gehalten.

Die zerlegte Lampe und der mitgelieferte Akku.

Das Akkurohr ist nicht sehr dickwandig. Die Lampe ist insgesamt, mit ihren 77 Gramm ohne Akku, außergewöhnlich leicht.

Im Akkurohr ist jedoch ausreichend Platz für größere (dickere und längere) 18650-Akkus. Ein dicker geschützter Enerpower mit 3450mAh passt problemlos hinein. Die Lampe funktioniert sowohl mit Flattop-, als auch mit Buttontop-Akkus.

Die Lampe scheint nicht freigegeben zu sein für den Betrieb mit 2* CR123A-Batterien. In der Anleitung wird darüber jedenfalls kein Wort verloren (und ich mag es bei meinem Exemplar nicht ausprobieren 🙂 ).

Die Gewinde sind ausreichend gefettet. Die Endkappe lässt sich satt und ohne Quietschen und Hakeln an- und abschrauben.

Eine Besonderheit ist der Pocket-Clip. Dieser wird durch die aufgeschraubte Endkappe gehalten und fixiert. Mit fest zugezogener Endkappe lässt sich der Clip also nicht entfernen. So ist sichergestellt, dass sich der Clip nicht ungewollt oder unbemerkt löst.

Die zugeschraubte Endkappe fixiert den Clip:

Tailstand

Durch den hervorstehenden Clicky beherrscht die Lampe den Tailstand nicht.

Bedienung

Vor der ersten Bedienung will der Akku geladen werden. Dies geschieht mittels (im Lieferumfang enthaltenen) USB-Ladekabel.

Die Ladebuchse an der Lampe verbirgt sich im Lampenkopf. Statt einer gewöhnlichen Gummiabdeckung ist bei der E51 der USB-Port unter einem Schraubverschluss gesichert. Zum Laden schraubt man einfach den Lampenkopf los:

Weiter als auf dem Bild kann man den Kopf nicht aufschrauben. Der Kopf lässt sich also nicht vom Rumpf der Lampe trennen.

Zum Laden verbindet man das eingesteckte USB-Kabel mit einer Stromquelle. Um den Ladevorgang dann zu starten, muss man den Endkappenschalter der Lampe betätigen (eindrücken). Der Beginn des Ladevorgangs wird nun durch eine rote kleine LED oberhalb der USB-Buchse signalisiert.

Ist der Ladevorgang beendet, schaltet dieses LED um auf Grün.

Nach dem beendeten Aufladevorgang hat der Akku im Leerlauf eine Spannung von 4,18V. Hier ist also alles im grünen und gesunden Bereich.

Ist der Akku geladen und die Lampe betriebsbereit, geschieht die weitere Bedienung ausschließlich über den Heckschalter. Wie ich schon schrieb, handelt es sich um einen Forward-Clicky mit Momentlichtfunktion. Die Lampe hat also nicht den genialen, kombinierten Forward-/Reverse-Clicky der PA5 geerbt.

Die Lampe startet von sich aus immer in der höchsten Helligkeitsstufe; ein Mode Memory (ein Erinnern an die zuletzt verwendete Helligkeitsstufe) existiert nicht. Hier ist ganz klar die Zielgruppe „taktische Anwender“ zu erkennen.

Die gewünschte Helligkeit kann man auf zwei verschiedene Weisen auswählen:

  1. Im ausgeschalteten Zustand verwendet man die Momentlicht-Funktion (Endkappenschalter nur leicht gedrückt halten, jedoch nicht ganz einrasten lassen) als „Vorschau“ für die gewünschte Helligkeit. Durch kurzes Loslassen und erneutes Drücken des Endkappenschalters wechselt die Helligkeitsstufe weiter, und zwar in der Reihenfolge High-Mid-Low-High-Mid-Low….
    Hat man die gewünschte Helligkeit erreicht, drückt man den Endkappenschalter komplett durch, so dass dieser einrastet.
  2. Im eingeschalteten Zustand schaltet man die Lampe aus, und innerhalb einer Sekunde gleich wieder ein. Bei diesem Vorgang wird ebenfalls die Leuchtstufe weitergeschaltet. Ist die Lampe länger als diese eine Sekunde aus, startet sie immer wieder im hellsten Modus.

Außerdem existiert noch eine Strobe-Funktion. Diese aktiviert man mit einem schnellen Doppel-Klick: im ausgeschalteten Zustand doppel-klickt man schnell auf den Endkappenschalter, wobei man erst den zweiten Klick ganz bis zum Einrasten ausführt.

PWM

Bei den untersten beiden Leuchtstufen ist im digitalen Display von Kameras PWM erkennbar. Die PWM-Frequenz ist allerdings ausreichend hoch, so dass das menschliche Auge (ohne Kamera) nichts davon mitbekommt. Die höchste Stufe ist frei von PWM.

Wegrollschutz

Die Längsrillen am Lampenkopf und der Pocket-Clip bieten einen ausgezeichneten Wegrollschutz.

White-Wall-Shot

Das Lichtbild ist (im positiven Sinne) unauffällig, mit kaltweißer Lichtfarbe. Bei der E51 handelt es sich um einen Allrounder für den Nah- und mittleren Entfernungsbereich.

Lichtbild und Helligkeit ist im Prinzip identisch mit dem einer Thrunite Neutron 2C V3 (diese Lampe dürfte dem einen oder anderen bekannt sein). Eine neutralweiße Variante (wie es sie bei der Thrunite Neutron gibt) ist von der E51 jedoch nicht verfügbar.

Die Lampe in der Hand

Die Lampe ist zwar sehr kompakt, aber trotzdem gerade noch groß genug für die klassische taktische Lampenhaltung, und liegt grifffest in der Hand. Der Heckschalter ist vergleichsweise groß und steht ausreichend hervor, so dass man ihn auch mit Handschuhen sicher bedienen kann.

Verglichen mit …

Hier ein Größenvergleich mit der Nextorch TA30 (links), und der Thrunite Neutron 2C V3 (rechts). Die Thrunite Neutron ist quasi das „nicht-taktische“ Gegenstück zur E51: statt über einen Heckschalter wird die Thrunite Neutron mit einem elektronischen Seitentaster bedient.

Fazit

Robust, kompakt, günstig, einfach zu bedienen. Diese Vorgaben hat Nextorch mit der E51 angestrebt, und hat alle Ziele erreicht. 🙂 Die E51 ist ein preislich attraktives Komplettpaket, welches auch für Einsteiger in die LiIO-Taschenlampen-Technik geeignet ist, da hier alles dabei ist (LiIO-Akku und Lademöglichkeit), was man für den Betrieb benötigt. Lediglich ein USB-Steckernetzteil (dürfte mittlerweile in jedem Haushalt vorhanden sein) oder ein Computer mit USB-Anschluss (dito 🙂 ) werden für das Aufladen benötigt.

Weiterführende Links

Hier werden demnächst noch Beamshots und Laufzeitdiagramme erscheinen.

PS: bei dem Messer im Titelbild handelt es sich um das neue Pohl Force November One Outdoor Gen2, welches ich im KTL-Store erworben habe. 🙂

Ein Gedanke zu „Review Nextorch E51

  1. r. wischt 22. November 2017 at 23:21

    Danke

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