CREE XHP70(.2) Beamshots: Niteye TH20 vs Acebeam L30 vs Nitecore TM03 / TM03 CRI

In jüngster Zeit kommen vermehrt einzellige, taktische Taschenlampen auf den Markt, welche mit einer CREE XHP70 LED; ja, inzwischen sogar mit einer CREE XHP70.2 LED, bestückt sind, und mit einer Lichtleistung von deutlich mehr als 2000 Lumen aufwarten.

Höchste Zeit also für eine Beamshot-Serie.

Neben den Vertretern mit XHP70(.2) LEDs habe ich als Vergleich auch noch ein paar taktische Taschenlampen mit CREE XHP50, sowie mit CREE XHP35 Hi-LEDs mit dazugenommen.

Dies sind (von links nach rechts):

  • Armytek Viking Pro V3 (XHP50 LED; 1800 OFT-Lumen)
  • Nitecore Tiny Monster TM03 (XHP70 LED; 2800 ANSI-Lumen)
  • Nitecore Tiny Monster TM03 CRI (XHP70 LED; 2600 ANSI-Lumen) (diese ist in Deutschland hier erhältlich)
  • Eine von „Fließband-Modder“ Vinh Nguyen „frisierte“ Nitecore TM03, welche nachträglich noch mit einer neutralweißen CREE XHP70 LED ausgestattet wurde
  • Niteye TH20 (XHP70.2 LED; 3450 ANSI-Lumen) (diese habe ich hier erworben)
  • Acebeam L30 (XHP70.2 LED; 4000 ANSI-Lumen) (gibt es u.a. im msitc-shop)
  • Nitecore SRT9 (XHP50 LED; 2150 ANSI-Lumen)
  • Klarus XT12S (XHP35 Hi LED; 1600 ANSI-Lumen)
  • Acebeam L16 (XHP35 Hi LED; 2000 ANSI-Lumen)

Die CREE XHP70 / XHP70.2 LED emittiert zwar sehr viel Licht; allerdings hat die LED auch eine sehr große Grundfläche. Wie die Beamshots zeigen, wirkt sich dies auf die Reichweite der Lampen aus. Die Reichweite einer Lampe hängt (maßgeblich; jedoch nicht ausschließlich) vom Größenverhältnis von LED-Fläche zu Reflektordurchmesser ab. Je größer dieses Verhältnis (also je größer der Reflektor im Vergleich zur LED), desto mehr Reichweite kann man von einer Lampe erwarten.

Von der Reichweite her sind die Lampen mit kleineren LEDs (beispielsweise der CREE XHP35 Hi) also im Vorteil. Bei den Lampen mit XHP70(.2) LEDs müsste eigentlich der Reflektor um das gleiche Maß mitwachsen, um diesbezüglich „konkurrenzfähig“ zu bleiben. (Dann wären sie allerdings als taktische Einsatzlampen am Koppel zu groß.)

Nichtsdestotrotz haben die hier gezeigten Lampen mit XHP70/XHP70.2 LED schon auch eine gewisse Reichweite, welche jedoch alleine durch die hohe Gesamthelligkeit zustande kommt. „Echte“ Reichweitenlampen (wie z.B. die Acebeam L16 in dieser Liste) sind sie jedoch nicht.

Doch genug der Worte; hier die erste Beamshot-Location (der Nahbereich):

Armytek Viking Pro V3, CW (Kaltweiß):

Armytek Viking Pro V3, WW (Warmweiß):

Nitecore TM03:

Nitecore TM03 CRI:

Nitecore TM03 von Vinh:

Niteye TH20:

Acebeam L30:

Nitecore SRT9:

Klarus XT12S:

Acebeam L16:

Und nochmal alle zusammen als Animated GIF:

Und hier der Fernbereich (Feuerwehrturm in 120 Metern Entfernung):

Armytek Viking Pro V3, CW (Kaltweiß):

Armytek Viking Pro V3, WW (Warmweiß):

Nitecore TM03:

Nitecore TM03 CRI:

Nitecore TM03 von Vinh:

Niteye TH20:

Acebeam L30:

Nitecore SRT9:

Klarus XT12S:

Acebeam L16:

Und als Ausschnittsvergrößerungen:

Fazit:

  • Die Niteye TH20 hatte mich anfangs gefoppt. 🙂 Wegen ihr musste ich die komplette Beamshot-Serie nochmals wiederholen. Sie hatte „out of the box“ nicht die 3450 Lumen freigegeben, sondern nur 1900 Lumen (im direkten Vergleich mit der SRT9 dachte ich „Was? Das kann nicht sein.“). Ein Blick in die Anleitung half: man muss den eingelegten Akku erst für die 3450 Lumen freischalten – dies geschieht im eingeschalteten Zustand durch dreimaliges schnelles Drücken auf die seitliche Schaltwippe am Heck. Erst dann wird geprüft, ob der eingelegte Akku auch wirklich hochstromfähig ist, und nur dann werden die 3450 Lumen freigeschaltet.
  • Die 3450 Lumen (sofern man sie freigeschaltet hat) der Niteye TH20 sind (im Vergleich mit den anderen Lampen) glaubwürdig. Die Nitecores haben mehr Leistung als vom Hersteller angegeben (besonders die TM03).
  • Die L30 hat im Zentrum des Beams einen kleinen, aber deutlichen blauen Spot. Dies kann – je nach angeleuchtetem „Motiv“ – stören.
  • Die Lichtfarbe der TM03 CRI finde ich persönlich, ehrlich gesagt, nicht besonders schön. Hoher CRI hin oder her. Da gefällt mir die Lichtfarbe der „normalen“ TM03 (ein „ehrliches Kaltweiß“), und auch die meiner TM03vn (die hat einen höheren Rotanteil), besser. Die TM03 CRI wirkt seltsam gelblich-grün.

9 Gedanken zu „CREE XHP70(.2) Beamshots: Niteye TH20 vs Acebeam L30 vs Nitecore TM03 / TM03 CRI

  1. Neongelber Handschuh 24. Oktober 2017 at 22:32

    Suuper Vergleich! Also Acebeam L30 oder NiteyeTH 20 ist für mich die Frage? Wie lange hält die höchste Stufe bei der TH20 in etwa? Jetzt fehlt nur noch ein Beamshot der FiTorch P26r. Auf die Lampe bin ich scharf wie Nachbars Lumpi.
    MFG Neongelber Handschuh

    • Markus 24. Oktober 2017 at 22:41

      Laufzeitmessungen zur L30 und TH20 muss ich noch machen (die TH20 ist heute erst eingetroffen). Ausführliche Reviews zu den beiden kommen auch noch. Die L30 hat aber den Vorteil des größeren Akkus. Nachteil: die L30 benötigt eben ein neues Akkuformat; und der Kopf ist für eine taktische Lampe, finde ich, etwas arg groß. Die TH20 gefällt mir ziemlich gut – Standard-18650-Akku, und die Lampe hat auch irgendwie eine schöne Form und Farbe.
      FiTorch P26R bekomme ich diese Woche noch rein. Review sollte dieses Wochenende klappen. (Allerdings liegt auch die neue TK75 2018 hier rum…)

  2. Gee85 24. Oktober 2017 at 23:56

    Hi! Mich hat auf deinen Fotos auch sehr überrascht, dass die TM03 CRI so sehr gelb-grün aussieht. Das hätte ich überhaupt nicht erwatet! Eine andere Frage: ist das ein Karnevalsmännchen auf deinem T-Shirt? x)

    • Markus 25. Oktober 2017 at 15:58

      Ja, die Lichtfarbe ist auch „live und in echt“ nicht schön. 🙁 Gegen die Emisar D4 Nichia 219CT beispielsweise (die ist wirklich schön reinweiß) sieht die TM03 CRI kein Land.

      Das auf dem T-Shirt ist ein Karate Baby. 🙂

      • Gee85 25. Oktober 2017 at 18:07

        Seeehr cool 😀
        Ohja, die Emisar hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm! Die schaue ich mir direkt mal genauer an 🙂

        • Markus 25. Oktober 2017 at 18:16

          Von den Emisar D4 habe ich alle 6 verschiedene LED-Versionen; alle in der Variante mit Klarglas. Die neueren mit der Milchglas-Scheibe sind bestellt …
          Ich will auch ein Review zur D4 schreiben; ich überlege noch nach einem passenden Titel. Ich denke, es wird „Alles klar, Herr Emisar?“. 🙂

  3. Neongelber Handschuh 25. Oktober 2017 at 5:26

    Moin Markus, mit der Freischaltung des Akkus in der TH 20 hat Jetbeam eine gute Idee gehabt.

    • Markus 25. Oktober 2017 at 16:04

      Die Niteye TH20 hat übrigens einen timergesteuerten Step-Down. Nach exakt einer Minute auf Turbo regelt die Lampe über einen Zeitraum von 30 Sekunden stufenlos ab auf 35%; also ca. 1200 Lumen.

      Man kann aber jederzeit durch einen schnellen Dreifach-Klick auf die Schaltwippe wieder auf die 3450 Lumen hochschalten (die 3450 Lumen hält sie dann erneut wieder für 1 Minute).

      Als Default (also direkt nach dem Auspacken) ist der Turbo übrigens begrenzt auf 1900 Lumen. Man muss erst mit einem Dreifach-Klick die 3450-Lumen-Stufe freischalten.

  4. Gammel 30. Oktober 2017 at 8:43

    Hmmm, hatte auch zwischen TH20 und L30 geschwankt.
    Jetzt habe ich die L30 und bin sehr zufrieden. Zu groß finde ich den Kopf nicht. Am Koppel benötige ich keine 4000 Lumen, da reicht eine KDIY KF8 oder eine XT11GT. Die L30 habe ich im Auto oder der Jackentasche, falls ich mal dauerhaft 1000 oder 2000 Lumen oder kurzfristig mal richtig viel Licht benötige.
    Der Punkt in der Mitte ist vorhanden, aber in „freier Wildbahn“ fällt er nicht auf!
    Bei der TH20 stört mich das schnelle Herunterregeln. Da ist meine KF8 nach einer Minute deutlich heller…
    Somit bleibe ich bei der L30…

    Gruß,

    Bodo

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