Review Olight X7R

Vorwort

Nach dem großen Erfolg der X7 legt Olight nun mit der X7R eine wiederaufladbare Variante mit nochmals gesteigerter Helligkeit nach. Ist diese neue Version gegenüber dem Vorgänger wirklich ein Win-Win? Das folgende Review möchte diese Frage beantworten.

Leistungsdaten

LEDs:3* CREE XHP70, in Kaltweiß
Max. Leistung:12000 Lumen (Herstellerangabe, nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:380 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm (36100 cd)
Leuchtstufen:Nightlight: 10 Lumen für 30 Tage
Low: 500 Lumen 14 Stunden
Medium: 1000 Lumen 6 Stunden
High: 3000 Lumen 2 Stunden 10 Minuten
Turbo: 7000 Lumen für ca. 12 Minuten; danach Abregelung auf 3000 Lumen für 110 Minuten
Turbo S: 12000 Lumen für ca. 3 Minuten; danach Abregelung auf 3000 Lumen für 2 Stunden
Strobe
Wasserdicht:IPX7 (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen)
Stoßfest:1 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:Proprietärer, fest installierter LiIO-Akkublock (beinhaltet 4* 18650 mit je 3000mAh)
Maße:129mm (Länge) * 68mm (Durchmesser am Lampenkopf)
Gewicht:665g inkl. Akku

Regelung

Mit Ausnahme von Turbo und Turbo S sind alle Helligkeitsstufen konstantgeregelt. In den Stufen Turbo und Turbo S greift eine aktive Temperaturüberwachung, die bei drohender Überhitzung herabregelt auf die „High“-Stufe mit 3000 Lumen. Bei normaler Zimmertemperatur geschieht dies im Turbo S-Modus nach ca. 3 Minuten, und im Turbo-Modus nach ca. 12 Minuten.

Neben Fenix und Acebeam ist Olight meines Wissens der einzige Hersteller (ja sogar der Pionier), welcher bereits auf der Homepage und in der Produktbeschreibung auf diese umfassende Art und Weise über das Regelungsverhalten Aufschluss gibt.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird das Lampenkit in einer stabilen Karton-Verpackung mit Magnetverschluss.

Beim Aufklappen erwartet einen folgendes Bild. Olight schafft es wie kaum ein weiterer Taschenlampen-Hersteller (gut, Lupine und Surefire können das auch), ihre Lampenprodukte derart edel und ansprechend zu verpacken.

Alles ausgepackt, finden sich folgende Teile:

  • Die Lampe inklusive fest verbautem Akkupack und USB C-Ladeanschluss
  • Ein USB C-Ladekabel und EU-Steckernetzteil
  • Eine gedruckte Anleitung
  • Nylon-Holster
  • Das wahrscheinlich schönste Lanyard aller Zeiten

An dem aufwändigen Lanyard und der ausklappbaren Lanyard-Öse der Lampe lässt sich ganz klar der Einfluss von Lanyard-Chris erkennen. 🙂

Holster

Bei dem Hoster handelt es sich um ein stabiles, eng anliegendes Nylon-Holster.

So wie ich es beurteilen kann, handelt es sich um das gleiche Holster wie bei der X7.

An der Gürtelschlaufe an der Rückseite befindet sich eine zusätzliche blaue Naht, die bei Bedarf aufgetrennt werden kann, damit das Holster auch an breiteren Gürteln passt.

Wenn man das Lanyard an der Lampe befestigt (eigentlich fast schon eine Pflicht, wenn man den Aufwand betrachtet, den Olight hier betreibt), wird es zwar ein bisschen eng im Holster; es passt aber noch gerade so.

Blick auf die Lampe

Olight scheint tatsächlich die besten Lampendesigner der Welt unter Vertrag zu haben. Anders lässt sich diese Form- und Farb-Vollendung nicht erklären.

Der Lampenkopf mit den längs gestreiften Kühlrippen.

Eine weitere Neuerung gegenüber der X7 ist der beleuchtete Schalter, der sowohl im eingeschalteten Zustand der Lampe, als auch im ausgeschalteten Zustand, wenn man die Lampe bewegt oder schüttelt, in grüner Farbe pulsiert. Sowie man die Lampe im Dunkeln also in die Hand nimmt, weiß man, wo der Einschalter steckt. (Finden muss man die Lampe im Dunkeln jedoch nach wie vor ohne Hilfe. 🙂 )

Dieses „Dragon Breath“-Pulsieren hatte die Firma Manker allerdings zuerst. 🙂

Der Seitenschalter ist auch vom „Druck-Gefühl“ her anders als jener der X7. Bei der X7R muss man fester drücken, und der Schalter klickt bei Bedienung auch etwas lauter.

Die Seitenansicht der Lampe mit der herausgeklappten Lanyard-Öse.

Ein Blick in den OP-Reflektor mit den drei CREE XHP70 LEDs.

Die LEDs sind nicht alle ganz perfekt mittig zentriert. Bei solch flachen Reflektoren spielt dies für das Lichtbild allerdings keine Rolle.

Im Lampenkopf befindet sich (hier im Bild auf der rechten Seite) auch noch ein kleiner Sensor. Stellt man die eingeschaltete Lampe mit dem Kopf nach unten auf einer Unterlage ab, erkennt dies der Sensor, und drosselt die Helligkeit, damit die Lampe keine Löcher in den Tisch brennt. Hebt man die Lampe wieder auf, schaltet sie wieder zurück auf die vorherige Helligkeit.

Tailstand

Den Tailstand beherrscht die Lampe durch die flache Endkappe natürlich perfekt.

Bedienung

Vor der ersten Bedienung, sowie nach längeren Leuchteinsätzen, will der integrierte Akku geladen werden. Auch hier hat sich Olight etwas Neues einfallen lassen. Die USB C-Buchse verbirgt sich unter einer neuartigen Abdeckung. Diese wird durch eine kleine Drehung des Lampendeckels (ganz abschrauben lässt sich der Deckel nicht) freigelegt.

Nach einer kurzen Drehung offenbart sich nach und nach …

… der Ladeanschluss.

Während des Ladevorgangs leuchtet der Bereich um den Stecker herum Rot.

Ist der Ladevorgang beendet, leuchtet es Grün.

Das Aufladen selbst dauert relativ lange. Bei einem komplett leeren Akku kann dies ca. 5-6 Stunden dauern. Die Lampe zieht beim Aufladen eine Leistung von etwa 12 Watt.

Zur eigentlichen Bedienung: diese geht sehr einfach vonstatten:

  • Ein kurzer Druck auf den Schalter schaltet die Lampe ein oder aus. Dabei hat die Lampe „Mode Memory“; sie schaltet sich in der zuletzt benutzten Helligkeitsstufe, inklusive Moonlight-Mode, ein (davon ausgeschlossen sind Turbo und Turbo S, welche immer explizit angewählt werden müssen).
  • Ist die Lampe an, wechselt man durch Gedrückthalten des Schalters reihum durch die drei mittleren Helligkeitsstufen, in der Reihenfolge Low-Medium-High-Low-Medium-High-…
  • Ein Doppelklick aktiviert die Turbo-Stufe mit 7000 Lumen. Der Doppelklick funktioniert sowohl im ein-, als auch im ausgeschalteten Zustand der Lampe.
  • Aus der Turbo-Stufe heraus aktiviert ein weiterer Doppelklick den Turbo S, mit 12000 Lumen.
  • Aus dem ausgeschalteten Zustand heraus landet man durch längeres Gedrückthalten des Schalters in der Moonlight-Stufe.

Zwischen den einzelnen Helligkeiten wechselt die Lampe nicht schlagartig, sondern „soft“; sie wechselt also über den Zeitraum von etwa einer halben Sekunde hinweg stufenlos hoch oder runter.

Die Turbo S-Stufe ist aus dem ausgeschalteten Zustand heraus nicht direkt erreichbar. Man muss also zunächst mit einem Doppelklick in den Turbo, und dann mit einem weiteren Doppelklick in die Turbo S-Stufe wechseln.

Außerdem beherrscht die Lampe auch noch die Strobe-Funktion. Diese erreicht man durch einen Dreifachklick (egal, ob die Lampe gerade an ist oder aus).

Eine elektronische Tastensperre existiert ebenfalls. Hierfür hält man (sowohl zum Aktivieren, als auch zum Deaktivieren) den Schalter im ausgeschalteten Zustand der Lampe für 2 Sekunden lang gedrückt.

PWM

In keiner Leuchtstufe konnte ich Anzeichen von PWM erkennen. Die Lampe ist komplett flimmerfrei.

Wegrollschutz

Ohne montiertes Lanyard bietet die Lampe keinen Wegrollschutz. Erst das befestigte Lanyard schützt sicher vor Wegrollen auf schiefen Ebenen.

White-Wall-Shot

Gegenüber der X7 (links im Bild) gibt es im Lichtbild keine Überraschungen. Lichtfarbe und Lichtbild sind identisch zur kaltweißen Variante der X7.

Vom Lichtbild her sind beide (X7 und X7R) Lampen Fluter mit sehr breitem Abstrahlwinkel – sie machen im Nahbereich und im mittleren Entfernungsbereich viel Licht; es sind aber keine Lampen, die auf Reichweite ausgelegt sind.

Die vom Hersteller angegebenen 12000 Lumen der X7R bezweifle ich allerdings leicht. Gegenüber der X7 messe ich bei der X7R eine ca. 10% höhere Lichtausbeute. Selbst wenn die X7 tatsächlich die angegebenen 9000 Lumen schafft, dann sind es bei der X7R maximal 9900 Lumen.

Die X7R ist heller als die X7, ja. Nur ob es eben tatsächlich 12000 Lumen sind, da bin ich etwas skeptisch.

Die Lampe in der Hand

Die Lampe ist ergonomisch exzellent konstruiert und liegt gut in der Hand.

Der Ein-/Ausschalter liegt in einer Vertiefung innerhalb einer Erhebung (Verdickung) des Lampenkopfes, und ist so auch im Dunkeln und mit Handschuhen sehr sicher zu finden, bei gleichzeitigem Schutz vor unbeabsichtigtem Einschalten. (Ganz anders als bei der Imalent DT70, bei welcher ich letzte Nacht sogar meine Schlüsselbundlampe bemühen musste, um den Einschalter an der DT70 zu finden.)

Verglichen mit …

Es wird noch vergleichende Beamshots geben; bis dahin hier ein Größenvergleich mit einigen anderen Lampen:

Dies sind von links nach rechts: Thrunite TN36 UT, Olight X7R, Olight X7, sowie Imalent DT70.

Ehrlich gesagt fand ich das Kachel-Muster der X7 sogar noch etwas schöner als das neue Design der X7R; ist aber nur Geschmackssache.

Durch die Verdickung am Lampenkopf um den Einschalter herum bei der X7R ist dort der Einschalter sogar noch besser und einfacher zu ertasten.

Die DT70 ist etwas länger, durch die tieferen Reflektoren, welche für eine erhöhte Reichweite sorgen.

Fazit

Positiv:

  • Optisch und ergonomisch höchst ansprechende Lampe in bewährter hoher Olight-Qualität
  • Überaus kompaktes Flutlicht-Monster
  • Reichhaltiges Zubehör; komplettes Rundum-Paket inklusive in der Lampe aufladbarem Akkupack …

Negativ:

  • … der leider nicht ohne Weiteres durch den Anwender wechselbar ist, da er fest verschraubt ist.
  • Ladezeit ist recht hoch; könnte dank USB C-Anschluss eigentlich schneller gehen
  • Lichtleistung ist für meine Begriffe vom Hersteller etwas zu hoch angegeben

Neutral:

  • Leider bislang noch keine Variante in neutralweißer Lichtfarbe verfügbar.

Weiterführende Links

Beamshots: https://www.lilahand.de/2017/11/01/beamshots-olight-x7r-x7-thrunite-tn36ut-tn36-2017-imalent-dt70/

Hier werden demnächst außerdem noch Laufzeitmessungen erscheinen.

6 Gedanken zu „Review Olight X7R

  1. Marco 23. Oktober 2017 at 11:57

    Hallo Markus,
    jetzt haste ja doch die DT70, ich bin erschüttert und erstaunt. 😉
    Ich mein die Schalter im Dunkeln zu finden ist etwas unglücklich, aber ansonsten find ich sie vom Lichtbild/Lichtfarbe und Lichtmenge super.
    Ich hab mir n kleinen fluoreszierenden Aufkleber zwischen den beiden Schaltern/Tastern gemacht und so hauts für mich gut hin.

    Beste Grüße Marco

    • Markus 23. Oktober 2017 at 12:07

      Hallo Marco,
      ja, die DT70 kam letzte Woche. Meine erste Imalent. 🙂 Review wird natürlich folgen.
      Viele Grüße,
      Markus

  2. Marco 23. Oktober 2017 at 15:16

    Da bin ich gespannt. 😉

  3. Thomas 25. Oktober 2017 at 16:50

    Wahnsinn, was so eine kleine Lampe alles drauf hat. Vor allem beim Campen ist so eine robuste Lampe echt hilfreich.

  4. voyager 12. November 2017 at 17:26

    Hallo Markus
    Mit der DT 70 und der ACE X45 hast du uns jetzt schon beglückt.Wann dürfen wir mit deinem,sicher von vielen sehnsüchtig erwartetem,Review der Imalent DX 80 rechnen?
    Viele Grüße
    Andreas

    • Markus 12. November 2017 at 17:52

      Hallo Andreas,
      bei der DX80 warte ich lieber noch etwa ein halbes Jahr mit dem Kauf. Auch die (schon länger erhältliche) DT70 habe ich mir erst vor Kurzem zugelegt (und hatte dabei noch Glück – ein Bekannter, der die Lampe zeitgleich mit mir bestellte, hatte eine defekte bekommen). Imalent, das steckt jedenfalls so in meinem Kopf drin, scheint bei neuen Produkten immer erst eine Weile zu brauchen, bis sie konsistent fehlerfreie Lampen produzieren.
      Viele Grüße,
      Markus

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