Review Olight H2R Nova

Vorwort

Dieser Blog-Eintrag stellt gleich zwei Premieren dar: zum einen ist dies das erste Review einer Olight-Lampe in meinem Blog; zum anderen ist dies auch überhaupt mein erstes Review einer Stirnlampe.

Auch wenn sich meine Sammlung an Stirnlampen stückzahlenmäßig in keinster Weise mit meiner Taschenlampen-Sammlung messen kann, so verwende ich Stirnlampen doch regelmäßig für folgende Einsatzzwecke:

  • Um nachts bei Dunkelheit in der Wohnung zu navigieren
    (Abends im Haus verwende ich lieber Stirnlampen, statt immer die großen Deckenlichter anzumachen. Hierfür ist mir eine niedrige Leuchstufe wichtig.)
  • Für meine abendlichen Jogging-Runden durch den Wald
    (Ich habe eine bestimmte Jogging-Strecke, die mich auf befestigten Wegen durch den Wald führt. Eine Jogging-Runde dauert im Schnitt 1 Stunde und 45 Minuten; für diese Dauer ist mir eine möglichst gleichbleibende, hohe Helligkeit wichtig. Die Stirnlampe darf außerdem nicht zu schwer sein, um mich beim Joggen nicht zu behindern.)
  • Im Winter zum Schnee-Schippen im Hof

Unter diesen Einsatzbedingungen muss sich diese Stirnlampe in diesem Review behaupten (gut; Schnee gibt es im Moment zum Glück noch nicht).

Leistungsdaten

LED:CREE XHP50
wahlweise in NW (neutralweiß) oder CW (kaltweiß)
Max. Leistung:2300 Lumen (nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:153 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm (5850 cd)
Leuchtstufen:Moon: 1 Lumen für 45 Tage
Low: 30 Lumen 50 Stunden
Medium: 150 Lumen 10 Stunden
High: 600 Lumen 2.5 Stunden
Turbo: 2300 Lumen für 1 Minute; danach Abregelung auf 750 Lumen für 110 Minuten
SOS
Wasserdicht:IPX8
Stoßfest:1.5 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:1 geschützter Olight Custom LiIO-Akku im 18650-Format (wird mitgeliefert; Kapazität 3000mAh)
Maße:110mm (Länge) * 25mm (Durchmesser am Akkurohr)
Gewicht:100g inkl. Akku

Regelung

Die höchste Leistungsstufe, den Turbo-Modus mit 2300 Lumen, kann die Lampe aufgrund der enormen Hitzeentwicklung nicht dauerhaft halten. Die Lampe regelt daher nach etwa einer Minute ab auf eine dauerbetriebsfeste Helligkeit von 750 Lumen.

Vorbildlich finde ich es, dass Olight bereits auf der Rückseite der Verpackung exakt darüber informiert, wie es um die Regelung bestellt ist. Meines Wissens war Olight bezüglich dieser Angaben sogar Vorreiter unter den Taschenlampenherstellern. Andere Hersteller wie z.B. Acebeam sind diesem guten Beispiel inzwischen gefolgt.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird das Lampenset in einer stabilen und ansprechenden Papp-Verpackung.

An der Seite der Verpackung ist durch einen roten Aufkleber ersichtlich, ob man sich für die kaltweiße oder die neutralweiße Variante entschieden hat.

Zieht man die äußere Papp-Schachtel ab, offenbart sich eine aufklappbare, edel anmutende Innenbox.

Das ganze ist einerseits sehr umweltfreundlich, andererseits aber trotzdem sehr ansprechend gemacht.

Darin „entblättert“ sich folgender Inhalt:

  • Natürlich die Lampe
  • Das Stirnband
  • Die Gebrauchsanweisung
  • Ein Ansteck-Clip
  • Ein Akku (dieser befindet sich bei der Auslieferung bereits in der Lampe, und ist durch ein Plastik-Plättchen vor dem versehentlichen Einschalten während des Transports gesichert)
  • Ein magnetischer USB-Ladeadapter, um den Akku wieder aufzuladen
  • Ein paar Schaumstoff-Aufklebeteile, um ggf. den Tragekomfort an der Stirn zu verbessern.

Das Stirnband ist zum Auslieferungszeitpunkt bereits vollständig eingefädelt. Dies sehe ich als einen großen Vorteil gegenüber den beliebten „Wizard“-Stirnlampen von Armytek, bei denen man erst einen Einfädelungs-Kursus absolvieren muss, bevor man es geschafft hat, das Stirnband und das Überkopf-Band richtig einzufädeln (ich kenne so einige Leute, die an dieser Hürde scheitern).

Bei dem Akku handelt es sich zwar um einen LiIO-Akku im 18650-Format; jedoch handelt es sich trotzdem um ein proprietäres Format: An der Oberseite, wo sich normalerweise lediglich der Pluspol befindet, befindet sich bei diesem Olight-Akku der Pluspol nur in der Mitte, und ist umrundet von einer Fläche, die einen zusätzlichen Minuspol darstellt. Dies dient dazu, den Ladekontakt in der Tailcap herzustellen.

Der Akku ist geschützt (er hat einen PCB gegen Kurzschluss und Tiefentladung), und hat eine Kapazität von 3000mAh.

Blick auf die Lampe

In Sachen Form, Haptik, Aussehen, Design und Ausführung (ja, hier herrscht, verursacht durch meine Begeisterung, eine gewisse Redundanz) ist Olight ganz klar einer der führenden Taschenlampen-Hersteller auf dem Markt. Die Lampe ist fehlerfrei verarbeitet, ohne irgendwelche scharfe oder überstehende Ecken und Kanten.

Das Stirnband mit der eingehängten Lampe:

Im Lieferumfang befindet sich auch ein Aufsteck-Clip, mit dem man die Lampe statt im Stirnband auch z.B. außen an der Jacke oder der Hose befestigen kann.

Der Kopf der Lampe. Auf der Rückseite sieht man einige Kühlrippen. Auf der Oberseite befindet sich die „Schaltzentrale“ – mit diesem elektronischen Taster wird die Lampe ein- und ausgeschaltet, und die Leuchtstufen gewechselt.

Hier die aufgeschraubte Lampe mit Blick auf die Innenseite der Tailcap, und auf den Akku.

Der Akku wird, verglichen mit anderen Lampen, „verkehrt herum“ eingelegt; mit dem Pluspol in Richtung Tailcap.

Zum Glück hat die Lampe einen eingebauten Verpolungsschutz. Mehrfach ist es mir passiert, dass ich den Akku aus Gewohnheit falsch herum eingelegt habe. Die Lampe leuchtet dann zwar nicht, geht aber auch nicht kaputt bei dem Versuch.

Am Lampenkopf wird der Kontakt zum Akku durch eine Feder hergestellt.

In der Lampe funktionieren auch Standard-18650-Akkus in der Button-Top-Ausführung. Diese Akkus können dann allerdings nicht in der Lampe geladen werden (hierfür ist dann ein externes Ladegerät notwendig). Nur dieser Spezial-Olight-Akku kann direkt in der Lampe geladen werden.

LED und Lichtbild

Die Lampe hat keinen klassischen Reflektor, sondern eine TIR-Optik mit Wabenmuster.

Hierdurch hat die Lampe zwar keine besonders hohe Reichweite, leuchtet aber dafür den Nahbereich schön gleichmäßig aus.

Auf der 600-Lumen-Stufe (diese kann die Lampe über 2 Stunden dauerhaft halten) ist dieses Licht zum Joggen auf befestigten Waldwegen absolut ausreichend. Man kann sehr bequem etwa 20 Meter weit den Weg vor sich einsehen.

Tailstand

Den Tailstand beherrscht die Lampe (hier links die Version in neutralweiß, und rechts in kaltweiß) perfekt.

Bedienung

Vor der ersten Benutzung (sowie nach jeder längeren Benutzung) ist der Akku zu laden. Dies geschieht mit dem mitgelieferten Magnet-USB-Ladegerät, welches unten an der Lampe andockt.

So kann die Lampe an jedem PC mit USB-Anschluss, und an jedem herkömmlichen USB-Ladegerät geladen werden.

Während dem Ladevorgang leuchtet eine Kontroll-LED rot. Schaltet diese LED auf grün, ist der Ladevorgang beendet.

Geladen wird dabei mit einem Ladestrom von 750mA. Das Aufladen eines komplett leeren Akkus dauert relativ lange; etwas mehr als 4 Stunden.

In der Tailcap der Lampe befindet sich ein recht starker Magnet, mit dem die Lampe bombenfest an metallischen Oberflächen haftet. Deshalb sollte man die Lampe z.B. besser nicht gemeinsam mit einem Geldbeutel (Magnetstreifen an Scheck- und Kreditkarten!) in einer Tasche tragen.

Die Lampe eingesetzt im Stirnband:

An der Stirnseite im Stirnband befindet sich ein leichter Magnet, mit dem die Lampe in der Position gehalten wird. Zur stärkeren Fixierung (z.B. beim Joggen) muss man die Lampe jedoch auch noch zusätzlich mit der Gummilasche fixieren.

Die weitere Bedienung ist denkbar einfach:

  • Durch kurzen Druck auf den Taster an der Oberseite der Lampe schaltet man die Lampe ein oder aus
  • Ist die Lampe eingeschaltet, wechselt man durch Gedrückthalten durch die drei mittleren Stufen. Die Reihenfolge dabei ist Low-Medium-High-Low-Medium-High …
  • Durch Doppelklicken aktiviert man den Turbo-Modus mit 2300 Lumen. Nach etwa einer Minute regelt die Lampe dann ab auf eine dauerhafte Stufe mit 750 Lumen.
  • Im ausgeschalteten Zustand erreicht man durch Gedrückthalten des Tasters im Mondschein-Modus mit 1 Lumen.
  • Die Lampe hat Mode-Memory. Beim Einschalten mit kurzem Druck aktiviert sich die Lampe in der zuletzt benutzten Helligkeit. Dieser Mode-Memory schließt auch die Moon- und die Turbo-Stufe mit ein.
  • Die Helligkeiten wechselt die Lampe nicht schlagartig, sondern wechselt fließend über eine Zeitspanne von etwa 0,5 bis 1 Sekunde auf die neue Helligkeit. Dadurch ist das Umschalten der Helligkeit sehr angenehm (die Augen haben genügend Zeit zum Adaptieren). Auch das Ein- und Ausschalten geschieht „stufenlos“ mittels dieses Rampens (gibt es dafür ein deutsches Wort?).

Außerdem hat die Lampe noch einen SOS-Modus (Taster dreimal schnell drücken), sowie einen Lockout (Tastensperre), den man durch 2 Sekunden langes Halten des Tasters aktiviert und deaktiviert.

PWM

In den unteren drei Helligkeitsstufen kann ich im iPhone-Kamera-Display PWM erkennen. Die PWM-Frequenz ist dabei jedoch so hoch, dass es „in natura“ nicht auffällt.

Die oberen beiden Stufen (High und Turbo) scheinen frei von PWM zu sein.

Wegrollschutz

Durch den „eckigen“ Kopf ist die Lampe auch auf schiefen Ebenen sicher gegen wegrollen geschützt.

Die Lampe in der Hand

Bei einer Stirnlampe ist es vergleichsweise weniger wichtig, wie sich die Lampe in der Hand trägt. Funktionieren tut es jedoch trotzdem. 🙂

Verglichen mit; Erfahrungen aus der Praxis …

Ich denke, die Olight H2R Nova ist ganz klar positioniert als Konkurrenz zur Armytek Wizard Pro v3 XHP50 USB. Diese Lampe wartet mit einem ähnlichen Leistungs- und Lieferumfang auf.

Auch die Wizard Pro v3 XHP50 USB wird mit einem Akku geliefert, und hat auch eine ähnliche Lademöglichkeit via USB direkt in der Lampe.

Die Ladeports der beiden Lampen:

Aus der Praxis (primär beim Joggen) bin ich zu folgenden Vor- und Nachteilen bzw Vergleichen der beiden Lampen gekommen:

  • Beide Lampen tragen sich beim Joggen sehr angenehm. Zumindest bei meinen Jogging-Runden auf befestigten Waldwegen attestiere ich beiden eine sehr gute Eignung.
  • Beide Lampen haben zum Joggen eine gute, hohe dauerbetriebsfeste Helligkeitsstufe. Die Armytek hat hier jedoch leicht die Nase vorne (900 Lumen vs. 600 Lumen). Man könnte bei der Olight H2R auch die Turbo-Stufe aktivieren, und diese dann in die (nicht direkt erreichbare) 750-Lumen-Stufe abregeln lassen. Dies ist im dunklen Wald jedoch psychologisch ungünstiger: Aus der absoluten Dunkelheit heraus, von 0 auf 600, wirken die 600 Lumen heller, als wenn die Lampe von 2300 Lumen nach einer Weile auf 750 Lumen abregelt (dies kommt einem dann dunkler vor).
  • Der Akku der Wizard hat mit 3200mAh eine etwas höhere Kapazität, ist dafür aber nicht geschützt gegen Tiefentladung und Kurzschluss. Dies ist um so „fataler“, als dass meine Wizard das Problem hat, dass sie bei Nichtbenutzung über die Zeit den Akku leersaugt und tiefentlädt. Den ersten Akku meiner Wizard habe ich mir auf diese Weise bereits kaputt gemacht. (Anscheinend ist dieses Problem des hohen StandBy-Stromverbrauchs bei den neueren Wizards jedoch bereits behoben.)
  • Die Wizard „nimmt“ auch Standard-18650-Akkus, und kann in der Lampe auch jeden Standard-18650-Akku laden. Die Olight benötigt hierfür diesen Spezial-Akku. Bei der Wizard wird der Akku zudem auch „gefühlt richtig herum“ (mit dem Pluspol in Richtung Lampenkopf) eingelegt.
  • Die Bedienung (Wechseln und Auswählen der Helligkeitsstufen) empfinde ich bei der Olight H2R einfacher. Die Bedienung der Wizard ist etwas komplizierter.
  • Bei der Olight H2R sind Plus- und Minuspol des Akkus direkt nach außen geführt. So kann man den Akku kurzschließen (der Akku fährt dann in die Schutzschaltung), wenn man außen an der Tailcap den silbernen Ring mit dem goldenen Teil in der Mitte verbindet; etwa mit einer Büroklammer oder einem Schlüssel. Im Internet kursiert auch ein Video, bei dem sich Stahlwolle entflammt, wenn diese mit den Kontakten an der Tailcap in Berührung kommt. Anscheinend reicht bei Stahlwolle der Stromfluss nicht aus, um den Akku in die Schutzschaltung zu treiben (und den Strom so zu unterbrechen), aber es fließt immer noch genügend Strom, um die Stahlwolle so aufzuheizen, dass diese sich entzündet.
    Dies ist zwar nicht wirklich toll, aber ich erachte dies nicht als wirklich gravierendes Problem in der Praxis. Man sollte ggf. aber daran denken, die Olight Stirnlampe in der einen, und die Stahlwolle in der anderen Hosentasche zu transportieren. 🙂
  • Beim Joggen empfinde ich den seitlichen Taster der Wizard am Kopf der Stirnlampe besser erreich- und bedienbar als den Taster oben am langen Ende des Lampenkopfes der Olight. Dies kann aber durchaus auch einfach nur Gewöhnung sein (ich bin jahrelang mit Wizard Stirnlampen joggen gegangen).
  • Eine witzige Sache ist mir mit der Olight H2R beim Joggen mehrfach passiert: ich korrigiere unterwegs öfters die Stellung des Lichtkegels nach oben und unten, indem ich mit der linken Hand an die Tailcap der Stirnlampe fasse, und die Lampe an der Tailcap so innerhalb der Befestigung verstelle (verdrehe). Bei der Olight hält jedoch dieser Gummi-Verschluss die Lampe so dermaßen stark in der Halterung, dass eher die Tailcap aufgeht, als dass sich die Lampe innerhalb der Halterung dreht ….. so stand ich mehrmals unvermittelt und ungewollt im Wald im Dunkeln, da durch das Losdrehen der Tailcap die Lampe ausgeht, da der Kontakt unterbrochen ist. Ich muss mir hier einfach angewöhnen, die Olight H2R zum Verstellen anders zu packen.

Lichtbild:

Beide Lampen haben vergleichbare Lichtbilder. Hier links und in der Mitte die beiden Olight H2R (links neutralweiß, in der Mitte kaltweiß), und ganz rechts die Armytek in warmweiß:

Auch wenn ich den beiden Olights eine gute Lichtfarbe attestiere (die „Farbstiche“ fallen in echt nie so stark auf wie auf den Bildern), so empfinde ich das Warmweiß der Armytek doch noch einen Tick angenehmer – bei der Armytek ist der Rot-Anteil im Licht höher. Dadurch erinnert die Armytek eher an das warme Licht einer Glühbirne. Die neutralweiße Olight ist im direkten Vergleich etwas gelblicher.

Interessanterweise liefern die beiden Olight-Stirnlampen in unmittelbarer Nähe (10-20cm) zur Wand ein etwas quadratisches Lichtbild (im obigen Bild kann man es erahnen). Das Licht der Wizard bleibt hier komplett „rund“. In der Praxis hat dies jedoch keinerlei Relevanz; bei größeren Entfernungen als „direkt vor der Wand“ liefern auch die Olights ein komplett „rundes“, flutiges Lichtbild.

Fazit

Für die von mir benötigten Einsatzzwecke einer Stirnlampe (Joggen, und Navigieren im Haus) ist die Olight H2R sehr gut geeignet. Für Innenräume hat die Lampe ausreichend niedrige Leuchtstufen, und zum Joggen hat die Lampe eine ausdauernde, hohe dauerkonstante Helligkeit von 600 Lumen, bei sehr gutem Tragekomfort. Im Vergleich zur Armytek Wizard geben und nehmen sich beide Lampen nicht viel; jede hat so ihre eigenen Vor- bzw. Nachteile.

Weiterführende Links

Beamshots: https://www.lilahand.de/2017/10/20/beamshots-olight-h2r-hs2-armytek-wizard-pro-usb-xhp50/

Hier werden demnächst noch Laufzeitmessungen folgen.

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