Review Klarus XT12S

Vorwort

Als bekennender und langjähriger Klarus-Fan kann es nicht angehen, dass auf meinem Blog bisher noch kein einziges Review einer Klarus-Lampe existiert. Diese Lücke wird nun mit dem Review der Klarus XT12S geschlossen.

Der Hersteller Klarus ist seit nunmehr 6 Jahren (gegründet wurde Klarus im Jahre 2011) bekannt für deren „Behördenlampen“ – solide und beanspruchbare Lampen für Behörden, Einsatzkräfte und Militär.

Früher warb Klarus damit, nicht dem „Lumenwahn“ verfallen zu sein und immer mehr Leistung aus den Taschenlampen zu quetschen, sondern lieber auf absolute Robustheit und Zuverlässigkeit zu setzen.

In den jüngsten Zeit schien es bei Klarus jedoch ein Umdenken zu geben. Leistungsmäßig (bei den Punkten Helligkeit und Reichweite) will man nun anscheinend ganz vorne dabei sein. Auch wenn Klarus die Tugenden „Robustheit und Zuverlässigkeit“ sicherlich nicht bewusst aufgegeben hat, so passierte doch das, was allen passiert, wenn man neue Wege beschreitet: es gab den einen oder anderen Rückschlag (nicht ganz korrekte Leistungsangaben, und den einen oder anderen frühzeitigen Lampenausfall). Klarus hat daraus jedoch gelernt, und bei den aktuellen Lampen im Sortiment (so auch bei der hier vorgestellten XT12S) sind, so ist jedenfalls meine Meinung, die „Kinderkrankheiten“ der neuen Taschenlampen-Generation ausgemerzt. Die XT12S ist noch in ein, zwei Punkten eine kleine Diva, aber darauf gehe ich in meinem unten stehenden Review noch genauer ein.

Leistungsdaten

LED:CREE XHP35 HI D4
Max. Leistung:1600 Lumen (nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:402 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm (40401 cd)
Leuchtstufen:Low: 10 Lumen für 200 Stunden
Medium: 100 Lumen für 14 Stunden
High: 400 Lumen für 4 Stunden
Turbo: 1600 Lumen für 1.2 Stunden
Strobe: 1600 Lumen für 2.4 Stunden
SOS: 100 Lumen für 42 Stunden
Wasserdicht:IPX8 (2 Meter Eintauchtiefe)
Stoßfest:1 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:1* LiIO-Akku im 18650-Format (wird mitgeliefert; Klarus 18GT-36, Kapazität 3600mAh)
oder 2* CR123A-Batterien
Maße:143.3mm (Länge) * 34.9mm (Kopfdurchmesser) * 25.4mm (Durchmesser am Akkurohr)
Gewicht:131g ohne Akku

Regelung

Die Lampe hat eine Temperatursteuerung, welche die Leistung auf der höchsten Helligkeitsstufe reguliert und ggf. drosselt, wenn die Lampe zu heiß wird.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird die XT12S in einem Pappkarton; diesmal ohne Sichtfenster (vorherige Lampen hatten ein kleines Sichtfenster im Karton, so dass man bereits von außen einen Blick auf die Lampe werfen konnte):

Darin befindet sich in einem Plastik-Inlay folgender Inhalt:

  • Natürlich die Lampe
  • Ein Klarus 18GT-36 LiIO-(IMR)-Akku mit einer Kapazität von 3600mAh (der Akku ist bei der Auslieferung bereits in der Lampe eingelegt; die Lampe ist durch ein kleines Plastik-Plättchen vor einem versehentlichen Einschalten gesichert)
  • Eine Anleitung in Englisch und, sofern man die Lampe von einem deutschen Händler bezogen hat, in Deutsch
  • Ein Nylon-Holster
  • Lanyard und Ersatz-O-Ringe
  • Ein magnetisches Ladekabel mit USB-Anschluss

Damit ist die Klarus XT12S ein „Rundum sorglos“-Paket; alles Notwendige für den Betrieb der Lampe (inklusive Akku und Lademöglichkeit) ist im Paket enthalten.

Holster

Bei dem Holster handelt es sich um ein geschlossenes Nylon-Holster mit Klettverschluss und Gürtelschlaufe. Für den privaten oder gelegentlichen Anwender ist es absolut ausreichend; Einsatzkräfte, die die Lampe bei ihrer täglichen Arbeit zigfach ziehen müssen, werden sich wahrscheinlich eher an einem speziellen taktischen Holster (wie z.B. die von ESP) orientieren.

Ein paar Vorab-Worte zur Lampe und der XT-Serie

Mit der XT12S hat Klarus nun eine ganze Reihe „einzelliger taktischer Lampen“ im Programm:

LampeLumenLux (Reichweite)LängeKopfgrößeLEDLadeport
XT11S110027225cd (330 Meter)139mm34.9mmXP-L HI V3Micro-USB
XT11GT200024964cd (316 Meter)142.6mm34.9mmXHP35 HD E4Micro-USB
XT12GT160090902cd (603 Meter) (*)161.5mm45.2mmXHP35 HI D4Magnetisch (proprietär)
XT2CR160014400cd (240 Meter)139mm25.6mmXHP35 HD E4Micro-USB
XT12S160040401cd (402 Meter)143.3mm34.9mmXHP35 HI D4Magnetisch (proprietär)

(*) Ich selbst messe bei der XT12GT jedoch lediglich 67300cd.

Von den Leistungsdaten her entspricht die neue XT12S exakt der 1. Generation der XT11GT, welche jedoch nach kurzer Zeit von Klarus eingestellt wurde: Kopf, Reflektor, verwendete LED, der mitgelieferte Akku, Leistung (Helligkeit), Lichtbild (Spot / Spill) und Reichweite sind exakt identisch zur „ursprünglichen“ XT11GT. Lediglich der Micro-USB-Anschluss wurde durch den magnetischen Ladeanschluss ersetzt, und der seitliche Bedienknopf ist entfallen.

Man könnte Klarus vorwerfen, dass sie im Moment nur wenig innovativ sind. Klarus scheint 3-4 Einzelkomponenten entwickelt zu haben, die sie immer wieder in neuen Kombinationen zu neuen Lampen „verwurschteln“ – bei der XT12S war alles irgendwie vorher schon mal da (wenn auch nicht in dieser Kombination).

Dennoch hat die XT12S das Potential, zu meiner neuen Lieblingslampe aus der XT-Kollektion zu werden. Bereits damals, als die alte XT11GT eingestellt wurde (da sie nicht der angegebenen Leistung entsprach; mit der neueren XT11GT wurde eine andere LED und ein leistungsfähigerer Akku eingesetzt, um auf die ursprünglich beworbenen 2000 Lumen zu kommen; leider etwas zu Lasten der Reichweite der ursprünglichen XT11GT), meinte ich zu Klarus auf dem Messestand, sie hätten doch einfach die ursprüngliche XT11GT belassen können, und nur die Leistung auf der Verpackung von 2000 auf 1600 Lumen zu korrigieren. Die ursprüngliche XT11GT war keine schlechte Lampe.

Nun, wie es aussieht, ist Klarus nach einem Jahr nun meinem Wunsch nachgekommen. 🙂

Blick auf die Lampe

Wie man es von Klarus nicht anders kennt, ist die XT12S perfekt und fehlerfrei ausgeführt. Der Reflektor ist frei von Einschlüssen, die Gewinde sind gut geschmiert, und die Anodisierung ist makellos.

Geschmack ist immer Geschmackssache 🙂 , aber ich finde, die XT12S ist optisch perfekt und wunderschön. Hier steht sie, die schwarze Göttin:

Der Pocket-Clip ist aufgesteckt und kann abgezogen werden. Der Zigarrenring ist aus Metall, und ist nicht fixiert (er ist drehbar). Er ist ebenfalls abnehmbar, und wird nur durch die aufgeschraubte Tailcap gehalten.

Der seitliche Ladeanschluss ist mit Zustandsanzeige-LEDs versehen. Während dem Ladevorgang, sowie die ersten 3 Sekunden nach jedem Einschalten, leuchten diese LEDs in verschiedenen Farben auf. Dabei bedeuten die Farben im Einzelnen:

  • Grün: Akku voll
    (Während dem Betrieb signalisiert die grüne Anzeige, dass der Akku zu 70% oder höher geladen ist. Beim Aufladen springt die Anzeige erst dann auf grün, wenn der Akku wirklich voll ist.)
  • Orange: Akkuzustand zwischen 30 und 70%.
  • Rot: Akkustand unter 30%
  • Rot blinkend: Akkustand unter 10%

Das Heck der Lampe:

Das Heck ist das komplette „Kontrollzentrum“ der Lampe: alle Funktionen werden hier gesteuert. Der Hauptschalter (ein Forward-Clicky mit Momentlicht-Funktion) schaltet die Lampe ein und aus, und die seitliche (von Klarus patentierte) Schaltwippe schaltet durch die verschiedenen Helligkeiten, und aktiviert den Strobe- und SOS-Modus.

Der Lampenkopf mit dem Ladeanschluss, und den Kühlrippen zum Abtransport der Hitze:

Auf der Rückseite in Höhe des Ladeanschlusses befindet sich ein Stativgewinde:

Die Tailcap von innen:

Weiter kann man die Lampe nicht zerlegen (wenn man vom abnehmbaren Pocket-Clip und dem Zigarrenring mal absieht). Der Kopf der Lampe ist verklebt, und sollte nicht geöffnet werden. Im Inneren, am Lampenkopf, befindet sich eine weitere Feder. Durch diese beiden Federn wird der eingelegte Akku gehalten, und ist so auch gleichzeitig gegen Stöße gesichert (gefedert).

Ein Blick in den glatten Reflektor und die LED:

Die LED ist sauber zentriert.

Tailstand

Die Lampe beherrscht den Tailstand leider nicht. Diese Funktionalität musste dem „taktischen Interface“ weichen: der Tailclicky steht leicht hervor, und ist dadurch (auch mit Handschuhen) sicher zu bedienen.

Wegrollschutz

Der Zigarrenring fungiert als zuverlässiger Wegrollschutz.

Bedienung, Haptik

Vor der ersten Bedienung sollte der Akku aufgeladen werden (hierzu muss zunächst die Transportsicherung des Akkus (ein kleines Plastik-Plättchen) entfernt werden).

Der Ladestecker ist magnetisch, und an der anderen Seite mit einem USB-Anschluss versehen. So kann die Lampe an jedem USB-Anschluss oder an jedem USB-Ladegerät aufgeladen werden.

Der Akku wird dabei mit einem Ladestrom von 1A geladen. Ein komplett leerer Akku benötigt ca. 4 Stunden zur Vollaufladung.

Ist der Ladevorgang beendet, schaltet die Kontroll-LED um den Ladeport herum auf Grün (dies ist bei Tageslicht u.U. nur schwer zu sehen).

Der Ladeanschluss ist kompatibel zu dem der XT12GT. Das Ladekabel mit dem kleinen Licht-Anhänger mit neutralweißem Licht der XT12GT kann auch an der XT12S verwendet werden. Umgekehrt funktioniert dieses kompaktere Kabel der XT12S auch an der XT12GT. Dieses Ladekabel kann mittlerweile auch einzeln als Zubehör-/Ersatzteil bestellt werden: Klarus K1-D6 Ladekabel.

Bei dem mitgelieferten Akku handelt es sich um einen geschützten Hochleistungs-IMR-Akku. Nur mit diesem Akku (oder ähnlichen) liefert die Lampe die maximalen 1600 Lumen. Erkennt die XT12S einen anderen LiIO-Akkutyp, stellt die Lampe lediglich 1300 Lumen als Maximalleistung zur Verfügung.

Wie genau diese Erkennung des Akkutyps vonstatten geht, will Klarus nicht so recht preisgeben (anscheinend strebt Klarus hier ein Patent an).

Meiner Ansicht nach funktioniert diese Erkennung des Akkutyps jedoch nicht immer 100%ig korrekt. Diese Akku-Erkennung greift wohl, sobald man die Tailcap zuschraubt. Mir passiert es immer wieder, dass die Lampe den Original-Akku nicht erkennt, und nur mit gedrosselter Leistung läuft. Hier hilft dann nur, die Tailcap kurz zu lösen und abzunehmen, und anschließend wieder zuzuschrauben.

Ich behaupte mal, dass ein gewisser Prozentsatz der Anwender die Lampe niemals auf der vollen Leistung betreibt, und es gar nicht weiß. Wenn man nicht gerade einen Luxmeter zum Messen hat, fällt der Unterschied zwischen 1300 und 1600 Lumen nicht unbedingt auf. Will man ganz sicher gehen, rate ich zu folgender Vorgehensweise: man kaufe ein billiges Luxmeter, sowie einen günstigen, geschützten 18650-Akku, mit dem die Lampe garantiert nicht die volle Leistung bringen kann (z.B. einen Soshine 3400mAh). Anschließend wechselt man zwischen dem Soshine-Akku und dem Klarus-Akku so lange hin und her, bis die Lampe mit eingelegtem Klarus-Akku auf dem Luxmeter einen höheren Wert anzeigt als mit dem Soshine-Akku. Zeigt die Lampe mit beiden Akkus die gleiche Helligkeit an, läuft die Lampe „nur“ auf 1300 Lumen.

Hat man die Lampe dann dazu gebracht, mit dem Klarus-Akku die höhere Leistung zu liefern, lässt man die Lampe am besten zugeschraubt, und schraubt die Tailcap nie mehr auf. Schraubt man die Tailcap nämlich wieder auf, greift wieder diese Akku-Erkennung der Lampe, und man kann sich wiederum nicht mehr sicher sein, ob man die volle Leistung hat.

Bei meiner frisch ausgepackten XT12S musste ich so vorgehen; direkt nach dem Auspacken hatte meine XT12S nämlich den Akku nicht erkannt (und lief auch nach dem Aufladen nur  mit 1300 Lumen). Hier sollte Klarus nachbessern; die Lampe sollte nach dem ersten Einschalten wenigstens mit einem Blinksignal darauf aufmerksam machen, wenn sie nicht mit voller Leistung läuft.

 

Die Bedienung der Lampe an sich ist so einfach, und kann doch so kompliziert sein. 🙂

Ein- und ausgeschaltet wird die Lampe mittels Durchdrücken des Heckschalters bis zum Einrasten. Bei dem Heckschalter handelt es sich um einen „Forward-Clicky“ mit Momentlicht-Funktion: drückt man den Heckschalter nur leicht (und drückt ihn nicht ganz bis zum Einrasten durch), hat man Momentlicht; man hat solange Licht, bis man den Heckschalter wieder loslässt. Auch Lichtsignale geben (z.B. Morsen) ist damit möglich.

Die Lampe startet dabei immer im Turbo-Modus; ein Mode-Memory existiert nicht. Hier kommt ganz klar die taktische Ausrichtung der Lampe ins Spiel. Ist die Lampe eingeschaltet, kann man durch Antippen der seitlichen Schaltwippe am Heck die Leuchtstufen durchwechseln.

Mit der seitlichen Schaltwippe kann man zudem den Strobe-Modus aktivieren. Dies funktioniert sowohl im aus-, als auch im eingeschalteten Zustand der Lampe. Im ausgeschalteten Zustand springt der Strobe beim Drücken der Schaltwippe sofort an; im eingeschalteten Zustand muss man die Wippe hierfür etwas länger gedrückt halten (kurze Betätigungen wechseln ja die Helligkeitsstufen).

Dies ist das „Standard-Verhalten“ der Lampe. Die Lampe hat zwei verschiedene Einstellungen: der taktische Modus (dies ist der Default; wie oben beschrieben), und der Outdoor-Modus.

Im Outdoor-Modus „fehlt“ der Strobe-Modus. Statt dessen kann man in diesem Modus bei ausgeschalteter Lampe durch Drücken der Schaltwippe die Lampe auf Low (10 Lumen) einschalten. Ich persönlich betreibe meine Lampe immer im Outdoor-Modus, da ich es bevorzuge, die Lampe direkt auf Low einschalten zu können, und ich außerdem den Strobe-Modus nicht wirklich benötige.

Außerdem hat man im Outdoor-Modus eine Leuchtstufe mehr: die mittlere Leuchtstufe mit 100 Lumen hat man nur im Outdoor-Modus. Im taktischen Modus „fehlt“ diese Stufe, und die Lampe hat nur drei Helligkeitsstufen.

Zusätzlich ist die Helligkeitsstufen-Reihenfolge im Outdoor-Modus umgekehrt: die Reihenfolge bei Betätigung der Schaltwippe im taktischen Modus ist Turbo -> High -> Low. Im Outdoor-Modus ist es Low -> Medium -> High -> Turbo.

Zwischen dem taktischen und dem Outdoor-Modus wechselt man wie folgt:

Im ausgeschalteten Zustand hält man die seitliche Schaltwippe für länger als 10 Sekunden dauerhaft gedrückt. Hierbei darf man sich nicht von dem Strobe irritieren lassen. Nach ca. 3 Sekunden geht die seitliche Kontroll-LED am Ladeport aus. An dieser Stelle muss man die Schaltwippe weiterhin gedrückt halten. Nach weiteren 7 Sekunden fängt diese Kontroll-LED an, zwischen Rot und Grün hin- und herzuschalten. Nun muss man den Hauptschalter ganz durchdrücken (während man weiterhin die Schaltwippe gedrückt hält). Dadurch hat man zwischen dem taktischen und dem Outdoor-Modus gewechselt. Ein kurzer Test, ob es funktioniert hat ist, die Lampe nun auszuschalten, und dann die seitliche Schaltwippe zu drücken. Hier darf nun nicht mehr Strobe kommen, sondern die Low-Stufe.

Eine Besonderheit im Outdoor-Modus ist: wenn man die Lampe mit der Schaltwippe auf „Low“ eingeschaltet hat, sollte man die Lampe auch durch Drücken (und Festhalten) der Schaltwippe wieder ausschalten. Durch Durchdrücken des Hauptschalters schaltet sich die Lampe nämlich im „Turbo“-Modus ein. Passiert dies, muss man den Hauptschalter erneut betätigen, damit sich die Lampe wieder ausschaltet. Für Neueinsteiger ist dieses Verhalten oftmals verwirrend; jedoch hat dies durchaus seinen Sinn: bei der Benutzung der niedrigen Leuchtstufen hat man durch Drücken des Hauptschalters jederzeit die volle Leistung zur Verfügung.

Spulenfiepen?

Einige Anwender berichten, dass die Lampe auf einigen der Helligkeitsstufen einen leisen bis mittellauten Fiepton von sich geben. Dabei handelt es sich um ein sog. „Spulenfiepen“, und ist (in gewissen Grenzen) normal. Meine eigene XT12S fiept nur auf der Turbo-Stufe ganz leise, die ersten paar Sekunden nach dem Einschalten (irgendwann hört dieses Fiepen dann auf). Ich habe jedoch schon von Anwendern gelesen, bei denen die Lampe auf der 3. Helligkeitsstufe ein lautes Fiepen von sich gibt. Ich kann hier nur empfehlen, wenn das Fiepen stört, setzen Sie sich mit Ihrem Händler in Verbindung, ob dies ein Grund zum Austauschen der Lampe ist.

PWM

Die unteren zwei Leuchtstufen sind mit PWM realisiert (allerdings ist die PWM-Frequenz hoch genug, so dass es einem nicht auffällt; lediglich in digitalen Kamera-Suchern ist das Flimmern sichtbar). Die beiden oberen Helligkeitsstufen sind frei von PWM.

Die Lampe in der Hand

Die Lampe liegt gut in der Hand:

Da es sich um eine Lampe mit taktischer Ausrichtung handelt, wird man die Lampe zur Bedienung in dieser Form halten, da so der Daumen auf den Bedienelementen zum Liegen kommt. Bei längeren Leuchteinsätzen kann man die Lampe natürlich auch am herabhängenden Arm halten; zum Ein- und Ausschalten, sowie zum Wechsel der Helligkeit, wird man dann aber immer wieder kurz zu dieser Haltung umgreifen, um die Bedienelemente zu erreichen.

Verglichen mit …

Die Klarus XT-Parade:

Von links nach rechts sind dies:

  • Klarus XT11S
  • Klarus XT11GT, 1. Generation (inzwischen nicht mehr verfügbar)
  • Klarus XT11GT, aktuelle Generation
  • Klarus XT12S
  • Klarus XT12GT

Wie man sieht, ähnelt die XT12S der XT11S und der XT11GT; auch die Größe ist ziemlich gleich. Die XT12S hat jedoch keinen Seitenschalter, und erbte statt dessen den Ladeport des größeren XT12GT-Modells.

„Draußen-Beamshots“ folgen noch; bis dahin erst mal ein White-Wall-Beamshot.

Zuerst die XT11GT (aktuelle Generation):

Und die XT12S:

Die XT12S ist, bedingt durch die andere, dedomte LED, spotlastiger. Der entfernte Dome der XHP35 HI LED bewirkt zudem, dass die Lichtfarbe zwischen Spot und Spill nicht auseinanderdriften. Die Lichtfarbe der XT12S ist einheitlich weiß.

Im Zentrum des Spots kann beim Anleuchten von weißen Flächen prinzipbedingt ein leicht gelblicher Fleck erscheinen (die gelbe Oberfläche der LED wird durch den Reflektor fokussiert und projiziert).

Fazit

Die XT12S ist eine tolle (wenn auch wenig innovative) Lampe mit leichten Schwächen (Spulenfiepen; Probleme bei der Erkennung des Akkus). Mir gefällt das Lichtbild sehr gut; es ist ein Mittelding bzw. Hybrid der Reichweite der XT11S und der Helligkeit der XT11GT.

Weiterführende Links

Beamshots: https://www.lilahand.de/2017/10/17/beamshots-klarus-xt12s-vs-xt11sxt11gtxt12gtxt2cr-viking-pro-v3-cwnw/

Laufzeitdiagramme: https://www.lilahand.de/2017/10/18/laufzeitdiagramm-klarus-xt12s/

5 Gedanken zu „Review Klarus XT12S

  1. Neongelber Handschuh 25. September 2017 at 23:34

    Danke Markus! Ein schönes Review!
    Neongelber Handschuh

  2. Haselnuss 26. September 2017 at 10:31

    Moin Markus,
    „Schwarze Göttin“ trifft es nach meiner Meinung ziemlich genau. Ganz feine Lampe! Danke für die Vorstellung.

    Gruß
    Knut
    (bekennender Klarus-Fan 🙂

  3. uwe-d 30. September 2017 at 12:50

    Hallo Markus,
    wie immer ein sehr schönes Review der Lampe.
    Mit Deinem Vorwort zum Review, hast Du die Problematik der XT11GT’s sehr schön auf den Punkt gebracht. Da ich meine Taschenlampen ausschließlich über Deutsche Händler beziehe, belastet mich ein Lampendefekt kaum. Ganz im Gegenteil. Da Taschenlampen wohl in den seltensten Fällen repariert werden, bekommt man im Garantiefall, immer eine neue Lampe. Ein toller Service. Es ist wohl eher für den deutschen Generalimporteur ärgerlich, da er mit der Garantie Abwicklung, einen hohen Aufwand hat.
    Ich kenne einen professionellen Nutzer, der die (wohl etwas problematischen) XT11GT’s generell nur mit geschützten Marken Li Ion’s mit 3600mA betreibt. Mit diesen Akkus ist zwar, wie Du sehr schön beschrieben hast, die höchste Leuchtstufe nicht nutzbar, aber es gibt dafür, auch keinerlei Probleme (Defekte) mit der Lampe. Da die maximale Helligkeit sowieso nur sehr kurz erreichbar ist, ist dies eine sehr interessante praxisbezogene Alternative.
    Noch mal kurz zurück zu dem Thema Einkäufe aus China. Ich stelle mal folgende These in den Raum.
    Eine Lampe, die nicht über einen deutschen Händler zu beziehen ist, ist wohl kein echtes Qualitätsprodukt. Wenn dem nicht so wäre, hätte ein freier Importeur die fragliche Lampe, ganz bestimmt in sein Sortiment aufgenommen.
    Bei neu auf den Markt kommenden Lampen, kann man dies sehr schön beobachten. Steigt die Qualität einer Marke, findet sich relativ schnell ein deutscher Importeur. Das Produkt, ist damit, auch für mich, „angekommen“ und kaufbar. Ein einfaches, sehr simples Kaufverhalten. So muss ich mich nicht, über mangelnde Qualität ärgern, und habe neben einer Rechnung / korrekten Import, auch die vollen Gewährleistungs – Ansprüche.
    Viele Grüße
    Uwe

  4. Martin 7. Oktober 2017 at 15:20

    Hallo Markus, ein Review auf gewohnt hohem Niveau! Interessant könnte vielleicht für den ein oder anderen Nutzer noch die Höhe des Ruhestroms sein. Die Schaltwippe dürfte ja, wie bei der XT11s, mit einem elektronischen Schalter verbunden sein

    • Markus 7. Oktober 2017 at 18:36

      Hallo Martin,
      ja, gute Idee! Ich schaue mal, wie ich den Ruhestrom am besten herausfinden/messen kann…
      Viele Grüße,
      Markus

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