Review Acebeam K30

Vorwort

Mit der K30 bringt Acebeam erneut eine kleine Sensation („klein“ im wahrsten Sinne des Wortes) auf den Markt. Meines Wissens ist die K30 die kleinste und leichteste Lampe mit einer 3* 18650-Akku-Bestückung (man möge mich ggf. korrigieren). Voll bestückt mit Akkus wiegt die K30 gerade mal 331 Gramm. Beim in die Hand Nehmen denke ich jedesmal, dass keine Akkus eingelegt sind, so leicht ist die Lampe.

Dank der neuen Cree XHP70.2 LED (Acebeam ist einer der ersten Taschenlampen-Hersteller, der diese neue LED verbaut) bringt es die Lampe auf 5200 ANSI-Lumen. Analog zur CREE XHP50.2 vs. der XHP50, hat die neue CREE XHP70.2 gegenüber der XHP70 Vorteile in Sachen Effizienz und Helligkeit. Außerdem neigt diese XHP70.2 LED zu einer geringeren Donut-Hole-Bildung als die Vorgänger-LED, da das Gitter, welches die 4 Einzel-LEDs voneinander trennt, schmaler ausfällt.

Leistungsdaten

LED:1* CREE XHP70.2
Max. Leistung:5200 Lumen (nach ANSI/NEMA FL1 Standard)
Leuchtweite:374 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm (35000cd)
Leuchtstufen:Firefly: 2 Lumen für 110 Stunden
Low: 200 Lumen für 25 Stunden
Mid: 600 Lumen für 10 Stunden
High: 1350 Lumen für 4 Stunden
Turbo: 2500 Lumen für 2 Minuten (regelt anschließend ab auf 2000 Lumen, für 2.1 Stunden)
Turbo Max: 5200 Lumen für 2 Minuten (regelt anschließend ab auf 2000 Lumen, für 1.8 Stunden)

Strobe: 2500 Lumen für 3.5 Stunden
Wasserdicht:5 Meter Eintauchtiefe
Stoßfest:1.2 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:3* LiIO-Akkus im 18650-Format
Maße:120.2mm (Länge) * 48mm (Kopfdurchmesser) * 43mm (Durchmesser am Akkurohr)
Gewicht:184g ohne Akkus

Bei den angegebenen Leistungsdaten führt Acebeam einen erfreulichen Trend fort, in dem der Hersteller bei den Leistungsdaten (von außen ersichtlich auf der Rückseite der Verpackung) angibt, wie schnell und auf welches Niveau die Turbo-Helligkeitsstufen thermisch bedingt abregeln:

Diese Angaben, wann und wie stark abgeregelt wird, findet man bisher ansonsten nur noch beim Hersteller Olight. Hier sollten die anderen Taschenlampen-Hersteller nachziehen, und diese Werte ebenfalls angeben.

Moderne Hochleistungs-Taschenlampen können ihre Maximalhelligkeit oftmals nicht mehr konstant halten, da die Hitzeentwicklung einfach zu groß ist. LEDs geben im Betrieb, prozentual zur abgegebenen Lichtmenge, zwar weitaus weniger Wärmestrahlung ab als Glühbirnen, jedoch ist mittlerweile bei vielen LED-Taschenlampen die abgegebene Lichtmenge so dermaßen hoch, dass die abgegebene Wärmestrahlung trotzdem wieder signifikant wird. Dadurch kann man sich an so mancher Taschenlampe auf der höchsten Helligkeitsstufe durchaus die Finger verbrennen, und die maximale Helligkeit ist daher immer nur für kurze Zeitspannen abrufbar.

Regelung

Bei der K30 ist daher die Turbo- und Turbo-Max-Stufe nur für ca. 2 Minuten am Stück abrufbar; ab dann regelt die Lampe ab. Aber bereits nach diesen 2 Minuten heizt sich die Lampe so stark auf, dass die Finger immer weiter nach hinten in Richtung Heck rutschen, um den vorderen, heißen Bereich um den Lampenkopf herum zu vermeiden.

Wie man den Laufzeitmessungen entnehmen kann, regelt die Lampe nach diesen 2 Minuten ab auf ca. 2000-2200 Lumen. Diese Helligkeit kann die Lampe dann konstant bis zum Akku-Ende halten (sie wird dabei aber immer noch sehr heiß).

Die „High“-Stufe mit den 1350 Lumen kann die Lampe dauerhaft, ohne Abregelung, halten.

Verpackung und Lieferumfang

Wie bereits die Acebeam X80, wird auch die K30 in einem stabilen Pappkarton mit seitlichem Magnetverschluss geliefert:

Mir liegt die Lampe in der Gehäusefarbe Schwarz vor, mit einer kaltweißen LED (6000 Kelvin). Wie man auf der Verpackung sehen kann, gibt es die Lampe auch in sandfarben, sowie mit einer neutralweißen LED mit einer Farbtemperatur von 5000K. Mir sind jedoch aktuell in Deutschland keine Bezugsquellen für diese Varianten bekannt.

Beim Aufklappen der Verpackung findet sich folgender Inhalt:

  • Die Lampe nebst Holster
  • Bedienungsanleitung
  • Zwei Ersatz-O-Ringe
  • Lanyard
  • Eine Garantiekarte, und eine aufklappbare Karte mit Sicherheitshinweisen zum Umgang mit LiIO-Akkus.

Die zum Betrieb notwendigen LiIO-Akkus werden nicht mitgeliefert, was ich schade finde. Ich finde, hier hätte Acebeam ruhig die IMR-Akkus mitliefern können, die beispielsweise bei der Acebeam L16, X45, oder X80 mit dabei sind.

So muss man sich also noch mit drei LiIO-Akkus im 18650-Format eindecken. Ich gehe weiter unten noch darauf ein, welche Akkus verwendet werden können.

Auch ein kompatibles Ladegerät wird für den Betrieb benötigt, da die Lampe keine eingebaute Lademöglichkeit bietet.

Das Frontglas der Lampe ist mit einer abziehbaren Schutzfolie versehen, welche vor dem Betrieb entfernt werden muss:

Holster

Bei der Lampe ist ein flexibles Nylon-Holster mit Gürtelschlaufe und Klettverschluss dabei. Dieses Holster ähnelt dem Holster der Acebeam X80, nur ist das Holster der K30 etwas kompakter (da auch die Lampe etwas kleiner ist).

Blick auf die Lampe

Die Lampe ist perfekt gefertigt, ohne erkennbare Mängel. Die Anodisierung ist fehlerfrei ausgeführt, und der Reflektor ist frei von Staub und sonstigen Einschlüssen. Das Frontglas ist mit einer Anti-Reflex-Vergütung versehen.

Wie auch schon bei der X45 und X80, ist der seitliche, elektronische Taster am Lampenkopf das einzige Bedienelement der Lampe:

Dieser Schalter ähnelt optisch den Schaltern der L16, X45, X65 und X80; jedoch ist dieser Schalter hier bei der K30 ein etwas anderer, und (meiner Meinung nach) haptisch nicht ganz so gelungen wie bei den anderen genannten Lampen: Der Schalter bei der K30 scheint von unten lediglich durch einen dünnen Stift in der Schaltermitte gehalten zu werden. Wenn man diesen Schalter nicht genau mittig drückt, neigt er etwas zum „Kippeln“ – man merkt, dass man ihn zum Rand hin etwas eindrücken und leicht verkanten kann. Das ist keine große Sache; ist mir nur (auch im direkten Vergleich mit den anderen Lampen) aufgefallen.

Oberhalb dieses Ein-/Ausschalters findet sich wieder die farbige Kontroll-LED, welche im Betrieb der Lampe dauerhaft leuchtet, und über den Akkustand Auskunft gibt (grün bei vollen Akkus, dann später orange, sowie gegen Ende rot).

Ebenfalls am Lampenkopf, genau gegenüber des Schalters, findet man die Öse für die Lanyard-Befestigung:

Das Heck der Lampe:

Alle erforderlichen Beschriftungen und Prüfzeichen aufgelasert:

Der glatte Reflektor, und im Zentrum die CREE XHP70.2 LED:

Großansicht auf die LED:

Das Lichtbild ähnelt dem der HaikeLite MT01:

Hier die HaikeLite MT01:

Und hier die K30:

Der Spill ist bei der K30 sogar noch größer (und heller) als bei der MT01. Der Spot ist hingegen nicht ganz so hell wie der der MT01 (die MT01 hat eine etwas höhere Reichweite).

Das Lichtbild ist für meine Begriffe frei von einem Donut-Hole.

Die Lichtfarbe der K30 ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Wie immer, wenn CREE LEDs in solch vergleichsweise flachen Reflektoren verbaut werden (ein flacher Reflektor macht den Spill breiter), driften Spot und Spill in der Lichtfarbe etwas auseinander (der Spot wird leicht gelblich-grün; der Spill leicht bläulich). Dieser Farbdrift ist bei der K30 etwas stärker ausgeprägt als bei der HaikeLite MT01.

Tailstand

Durch den flachen Deckel am Heck beherrscht die Lampe den Tailstand perfekt und stabil.

Wegrollschutz

Einen Wegrollschutz hat die Lampe leider nicht. Als ich die Fotos für dieses Review erstellte, bei denen die Lampe lag, musste ich die Lampe immer mit beidseitigem Klebeband auf dem Untergrund festkleben, da mir die Lampe sonst ständig aus dem Kameraausschnitt weggekullert ist.

Erst wenn man das Lanyard montiert, fungiert dieses auch als Wegrollschutz (da ich Lanyards allerdings nie benutze, ist das für mich leider keine Hilfe).

Bedienung, Haptik

Vor der Benutzung will die Lampe mit Akkus bestückt werden. Hierzu schraubt man das Akkurohr am Lampenkopf auf:

Die Lampe hat einen fest verbauten Akkukäfig; ähnlich, wie man es z.B. bei der Niwalker MM15 oder MM18 findet:

Der Boden des Akkukäfigs:

Und die Kontakte an der Unterseite der oberen Platte:

Die drei Akkus werden alle mit dem Kopf in Richtung obere Kontaktplatte eingelegt. Obwohl dies so den Anschein hat, als ob die Akkus parallel verschaltet sind, sind die Akkus jedoch seriell miteinander verbunden. Die Lampe läuft also mit einer Maximalspannung von 12.6V.

Die Strombelastung für die einzelnen Akkus ist nicht sonderlich hoch; die Lampe ist (für neuzeitliche Begriffe) nicht sonderlich stromhungrig. Die Akkus werden mit maximal 4.5A belastet. Dies schaffen beispielsweise auch die „einfachen“ und günstigen, geschützten Soshine 3400-Akkus. Die Maximalhelligkeit der Lampe auf „Turbo Max“ hängt jedoch von der Akkuspannung unter Last, und damit vom Innenwiderstand der verwendeten Akkus ab. Mit den geschützten Soshine 3400-Akkus lässt sich zwar der „Turbo Max“-Modus aktivieren; jedoch hat dieser dann nicht die Maximalhelligkeit, verglichen mit leistungsfähigeren Akkus. Allerdings fehlen mit den Soshine 3400-Akkus lediglich 2.5% der maximalen Helligkeit von 5200 Lumen. Ich denke, das kann man „zur Not“ verschmerzen.

Mit folgenden Akkus lässt sich die Lampe problemlos betreiben, ohne „Einbußen“ in der Maximalhelligkeit:

Der Platz im Akkukäfig ist sehr reichlich bemessen (das ist die erste Acebeam-Lampe, bei der der Akkukäfig nicht zu knapp bemessen ist 🙂 ). Der Platz ist sogar so groß, dass es mit dem einen oder anderen ungeschützten 3000mAh-IMR-Akku in der Flattop-Ausführung zu Kontaktschwierigkeiten kommen kann. Diese Flattop-Akkus bekommen zwar Kontakt, und die Lampe funktioniert; jedoch sitzen diese Akkus sehr locker im Akkukäfig. Dies führt dazu, dass man Licht-Aussetzer bekommen kann, wenn man die Lampe heftig schüttelt (die Lampe klappert dabei dann auch etwas).

Besser ist es also, etwas längere Akkus zu verwenden, und/oder solche mit Button-Tops (erhabenem Pluspol). Bei den etwas kürzer ausfallenden, ungeschützten (IMR-)Akkus, wie die drei ganz rechts im Bild (Sanyo GA, Samsung 30Q, LG HG2) empfehle ich daher die Button-Top-Ausführung.

Jedoch gibt es bei dieser Lampe keinen Grund (außer einer eventuellen Geldersparnis), auf ungeschützte Akkus zurückzugreifen. Auch mit den geschützten Akkus im obigen Bild läuft die Lampe in Hochform auf. Dies sind z.B. die neuen Enerpower VC+ (in der Ausführung mit 3000mAh und auch 3450mAh), die IMR-Akkus von Klarus in der Ausführung mit 3100mAh, die Hochleistungsakkus von Olight (wie sie auch für die Olight X7 angeboten werden), oder die neue geschützte „Keeppower R“ Serie und der neue EagTac 3500mAh-Akku.

Lediglich beim Klarus IMR-Akku mit 3600mAh (ganz links im Bild) wird es eng; dieser Akku lässt sich aufgrund seiner Länge nur noch mit Mühe in den Käfig „reinquetschen“; daher rate ich von diesem Akku in der K30 ab. (Wenn man diese Akkus bereits besitzt, kann man sie mit etwas Vorsicht schon auch in der K30 nutzen; nur extra für die K30 kaufen würde ich sie nicht.)

Zur eigentlichen Bedienung der Lampe: Die Bedienung gleicht exakt der der Acebeam X45; daher erspare ich mir an dieser Stelle weitere Details.

PWM

Die Lampe ist in allen Leuchtstufen frei von PWM, und ist daher absolut flimmerfrei (auch in digitalen Suchern und Displays von Digitalkameras).

Die Lampe in der Hand

Die Lampe liegt gut und sicher in der Hand. Durch das Knurling am Akkurohr und den Kühlrippen am Lampenkopf ist die Lampe recht rutschfest. Lediglich der eingelassene Schalter lässt sich mit Handschuhen im Dunkeln nicht leicht ertasten (man kann sich beim Suchen aber am rückseitig eingehängten Lanyard orientieren).

Verglichen mit …

Hier ist ein Größenvergleich mit der HaikeLite MT01, welches ebenfalls eine Lampe ist, die mit drei 18650-Akkus betrieben wird. Auch hier kann man sehen, wie kompakt die Lampe doch ist:

Und im Verbund mit anderen Acebeam-Lampen: Acebeam X45 (links) sowie Acebeam X80 (rechts):

Fazit

Die K30 ist ein schönes, kleines und leichtes Lichtwunder. Bei mir persönlich hat die K30 die Nitecore SRT9 als „Immer-dabei-Lampe am Gürtel“ abgelöst.

Positiv:

  • Klein, leicht, hell
  • Hohe Fertigungsqualität
  • Echte Temperatursteuerung mit, für die Lampengröße, hoher Dauerbetriebshelligkeit von 2000 bis 2200 Lumen
  • Ausgewogenes Lichtbild mit großem Spill und recht guter Reichweite
  • Ansprechende Verpackung und reichhaltiger Lieferumfang mit Holster und Lanyard

Neutral:

  • Eine Lademöglichkeit direkt in der Lampe, sowie Akkus im Lieferumfang hätten das Gesamptpaket meiner Meinung nach noch etwas aufgewertet
  • Lichtfarbe nicht unbedingt superschön (jedoch gibt es auch eine Ausführung mit neutralweißer Lichtfarbe)
  • Ich habe mich immer noch nicht so ganz mit der langsamen Doppelklick-Geschwindigkeit anfreunden können; insbesondere, dass man beim Doppelklick zwischen Turbo und Turbo Max kurzzeitig im Dunkeln steht.

Negativ:

  • Eigentlich nichts. 🙂

Weiterführende Links

Beamshots:

https://www.lilahand.de/2017/09/09/beamshots-acebeam-k30-vs-olight-r50-pro-haikelite-mt01-fenix-ld50-eagtac-mx30l3-cr-olight-sr-mini-ii/

Laufzeitmessungen:

https://www.lilahand.de/2017/09/16/laufzeitdiagramm-acebeam-k30/

3 Gedanken zu „Review Acebeam K30

  1. Neongelber Handschuh 23. September 2017 at 16:39

    Richtig gutes Review einer der faszinierendsten Lampe momentan!
    Mein Gott ist die klein.
    Neongelber Handschuh

  2. uwe-d 23. September 2017 at 22:48

    Hallo Markus,
    wie immer ein tolles und sehr aussagefähiges Review.
    Ich muss mal für Acebeam „eine Lanze brechen“. Acebeam hat sich in den letzten 18 Monaten zu einem extrem innovativen Hersteller entwickelt. Außerdem hat bisher keine einzige Lampe irgendwelche Fertigungs-oder Konstruktionsfehler an den Tag gelegt. Da Acebeam mit vielen Lampen auch noch an die Grenzen des „machbaren“ geht, finde ich dies eine sehr überzeugende Vorstellung. Auch setzt Acebeam neue LED’s sehr schnell in neue Lampen ein. Ich freue mich jedesmal, wenn eine neue Acebeam Lampe auf den Markt kommt. Natürlich sind manche extrem Lampen, nicht unbedingt etwas für den 08/15 Anwender. Für uns Flashies aber, sind sie eine echte Bereicherung. Ich würde Acebeam daher, zu dem aktuell innovativsten Premium Anbieter küren.
    Viele Grüße
    Uwe

    • Markus 23. September 2017 at 22:52

      Hallo Uwe,
      vielen Dank für dein Lob.
      Deinen Ausführungen zu Acebeam stimme ich zu 100% zu. 🙂 Ich bin schon auf die angekündigte L30 gespannt.
      Viele Grüße,
      Markus

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