Review Acebeam X65

Vorwort

Groß, schwer, abartig hell.

Dies sind die Adjektive, die ich der Acebeam X65 zuschreiben würde. Selten zuvor konnte ich so einen großen Lichtprügel in den Händen halten. Knapp 30cm lang, und knapp 1,3kg schwer. Für das Schleppen dieses Monsters wird man belohnt mit der schieren Lichtgewalt von 12000 Lumen, bei einer enormen Reichweite (1300 Meter nach ANSI/NEMA FL1 Norm) und einer beeindruckenden Ausdauer und Helligkeitskonstanz.

Leistungsdaten

LEDs:5* CREE XHP35 Hi
Max. Helligkeit:12000 Lumen
Leuchtweite:1301 Meter (423000cd)
Leuchtstufen:- Firefly: 4 Lumen (450 Stunden)
- Low: 500 Lumen (24 Stunden)
- Med: 1500 Lumen (8 Stunden)
- High: 3500 Lumen (3.5 Stunden)
- Turbo: 6000 Lumen (2 Stunden)
- Turbo-max: 12000 Lumen (1 Stunde)
- Strobe
Energieversorgung:proprietärer Akkupack, beinhaltet 8* LiIO-Akkus mit je 3400mAh
Wasserdicht:IPX8 (keine Eintauchtiefe angegeben)
Stoßfest:1,2 Meter Fallhöhe
Maße:276mm (Länge) * 108mm (Kopfdurchmesser) * 51mm (Durchmesser am Akkurohr)
Gewicht:1290g (inkl. Akkupack)

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird diese Monsterlampe in einer (auch das ist mal etwas Neues) stabilen Nylon-Transporttasche mit Tragegriff und Reißverschluss:

Aufgeklappt offenbart sich folgender Inhalt:

Dies sind im einzelnen:

  • Lampe mit Akkupack
  • Ladegerät für Steckdose (EU-Stecker für 230V-Anschluss) und für Zigarettenanzünder
  • Ersatz-O-Ringe
  • Garantiekarte, und Anleitung in Englisch und (sofern man die Lampe hier in Deutschland erworben hat) in Deutsch

Außerdem noch mit dabei (ich hätte es fast übersehen, so gut war es versteckt):

Ein Trageriemen, sowie ein zusätzlicher Aufbewahrungsbeutel für die Lampe, welcher stark an einen Objektivköcher erinnert.

Blick auf die Lampe

Wie von Acebeam gewohnt, ist die Verarbeitung absolut erstklassig, und die Anodisierung fehlerfrei.

Das Bild der schwarzen Göttin:

An die Größe der Lampe muss man sich erst mal gewöhnen:

Das Heck der Lampe mit der Ladevorrichtung und einer seitlichen Öse für den Schultergurt:

Unter dem Stopfen befindet sich der Ladeanschluss. Im Bild rechts ist eine winzig kleine LED, die beim Laden den Ladezustand anzeigt. Während des Ladevorgangs leuchtet diese kleine LED rot; ist der Ladevorgang beendet, schaltet die LED um auf grün.

Der abgeschraubte Stopfen:

Der Kopf der Lampe mit den großen Kühlrippen:

Der Reflektor hat einerseits einen großen Durchmesser, ist andererseits aber auch sehr tief. Dies ermöglicht die hohe Reichweite der Lampe.

Ein Blick in den Reflektor:

Und ein genauerer Blick auf die CREE XHP35 Hi LEDs:

Dadurch, dass die Einzelreflektoren nicht komplett kreisrund ausgeführt sind, sondern zur Mitte hin „abgeschnitten“, hat die Lampe ein etwas „blumiges“ Lichtbild:

Daran kann man sich stören, muss man aber nicht. 🙂

Mich persönlich haben solche „Eselsohren“ noch nie gestört; dadurch verbreitert sich nämlich im Nahbereich nochmals die ausgeleuchtete Fläche.

Die Lichtfarbe ist ein schönes Kaltweiß. Kein Vergleich zu der deutlich zu grünen Lichtfarbe der Acebeam X45 (wobei ich von der X45 noch nicht die neutralweiße Variante in den Fingern hatte).

An der Seite des Akkurohrs, gegenüber des Ein-/Ausschalters, befindet sich noch eine weitere eine Schraube:

Diese erfüllt zwei verschiedene Zwecke: zum einen wird hier der Tragegurt eingehängt. Zum anderen kann man diese Schraube auch herausschrauben; so kommt ein Stativgewinde zum Vorschein:

Unterhalb des Kopfes kann man das Akkurohr abschrauben, und die Lampe so in zwei Teile zerlegen:

Hier sieht man die Kontakte zwischen dem Akkublock und dem Kopf der Lampe. Im Auslieferungszustand befindet sich hier ein Plastik-Plättchen zur Sicherung, damit sich die Lampe beim Transport nicht aus Versehen einschaltet. Dieses Sicherungsplättchen muss man vor dem Betrieb (und vor dem ersten Aufladen) natürlich entfernen.

Tailstand

Die Lampe beherrscht den Tailstand:

Aber auf einen Glastisch würde ich die Lampe nicht gerade stellen. Sollte die Lampe mal umfallen, ist der Tisch womöglich kaputt. 🙂

Bedienung

Bedient wird die Lampe ausschließlich mit dem elektronischen Seitenschalter:

Oberhalb dieses Einschalters befindet sich noch eine weitere Kontroll-LED. Während die Lampe eingeschaltet ist, leuchtet diese LED dauerhaft:

Entweder grün (wie hier im Bild); dies signalisiert einen Akkustand von 50% oder mehr. Unterhalb von 50% leuchtet diese LED orange, und unterhalb von 30% dann rot. Ab einer Ladung von 10% oder weniger flimmert diese LED zusätzlich, um auf das baldmöglichste Aufladen hinzuweisen.

Die Bedienung ist ansonsten identisch wie bei der Acebeam X45. Dazu gehört auch die etwas „unglückliche“ Doppel-Turbo-mit-doppeltem-Doppelklick-Steuerung.

Mit dem ersten Doppelklick aktiviert man die erste Turbo-Stufe mit 6000 Lumen. Von dort aus kann man mit einem weiteren Doppeklick in die Turbo-Max Stufe mit 12000 Lumen gelangen. Diese Art der Steuerung finde ich an sich nicht schlecht; auch Olight macht dies z.B. so (Olight R50 oder Olight X7). Das Problem bei der X65 (wie auch bei der X45) ist, dass man sich für den Doppelklick ausreichend Zeit lassen muss. Doppelklickt man zu schnell, geht die Lampe aus, und man steht im Dunkeln. Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass man sich für den zweiten Doppelklick für Turbo-Max mehr Zeit zwischen den Klicks lassen muss, als für den Doppelklick der ersten Turbo-Stufe. Außerdem geht die Lampe beim Wechseln von Turbo in Turbo-Max kurz aus, bevor die Turbo-Max-Stufe zündet. Man darf bei dem Turbo-Max-Doppelklick also nicht „hektisch“ werden, wenn man für einen kurzen Moment im Dunkeln steht, sondern man muss sich zwingen, zwischen den beiden Klicks ausreichend Zeit verstreichen zu lassen.

Bereits bei der X45 hat mich dies gestört; und auch bei der X65 kann ich mich nicht so richtig damit anfreunden. Andere Hersteller (Olight X7, Zebralight, …) schaffen es ja auch, dass man den Doppelklick so schnell wie man kann ausführen kann, und dass man zwischen den Klicks nicht im Dunkeln steht.

Bei einer ansonsten perfekten Lampe ist dies für mich der einzige Wermutstropfen der X65.

PWM

Sämtliche Leuchtstufen, auch Firefly, sind frei von PWM. Die Lampe ist auch im elektronischen Sucher oder Display von Digitalkameras absolut flimmerfrei.

Die Lampe in der Hand

Obwohl die Lampe sehr schwer ist, ist sie doch gut ausbalanciert (sie ist nicht kopflastig), und liegt so sehr gut in der Hand. Bei längeren Leucht-Sessions kann man die Lampe beim Leuchten mit dem Tragegurt über die Schulter hängen, und muss nicht die ganze Zeit das Gewicht der Lampe in der Hand halten.

Verglichen mit …

Womit will man eine solche Ausnahmelampe vergleichen? Mir fallen da spontan erst mal zwei ein:

Dies sind der „Megafluter“; die kleine X45 aus gleichem Hause, sowie die ähnlich wie die X65 veranlagte Fenix RC40, bereits in der neueren Variante mit 6000 Lumen.

Ansonsten werde ich die X65 bei den (noch zu erstellenden) Beamshots mit einer „Eigenkreation“ von mir vergleichen:

Dies sind drei mit Panzertape zusammengewickelte Klarus RS80, mit je 3450 Lumen. Sind dann zusammen auch schon 10350 Lumen. Nicht schön, aber leuchtstark und funktionell. 🙂

Ansonsten gibt es natürlich noch die üblichen Verdächtigen:

Dies sind die Acebeam K60, die Fenix TK75, und von Thrunite die TN42C und die TN40.

Auch die „alte“ Acebeam X60 (nicht auf dem Bild) wird bei den Beamshots dann mit dabei sein.

Fazit

Die X65 ist eine echte Ausnahmelampe mit beeindruckender Leistung: Groß, schwer, hell, ausdauernd, weitreichend. Leider auch sehr teuer, wobei ich der Meinung bin, dass gute Leistung ruhig auch etwas kosten darf. Die Lampe ist in jedem Fall ihr Geld wert.

Beeindruckend auch der enorme Lieferumfang, und die Qualität der Lampe selbst, sowie die des Zubehörs.

Weiterführende Links

Beamshots: https://www.lilahand.de/2017/08/03/beamshots-acebeam-x65x60x45k60k70-vs-thrunitefenixklarus/

Laufzeitmessungen: https://www.lilahand.de/2017/08/07/laufzeitdiagramm-acebeam-x65/