Laufzeitdiagramm Nitecore SRT9

Hier habe ich die ersten Laufzeitdiagramme zur Nitecore SRT9.

Als Akkus kamen zwei geschützte Klarus 18GT-36 Akkus zum Einsatz (Format 18650, Kapazität 3600mAh).

Die Messung ohne Kühlung wurde über Nacht, draußen im Freien durchgeführt, bei sommerlichen Nachttemperaturen um die 23 Grad Celsius.

Unter diesen Bedienungen pendelt sich die Lampe auf ca. 1200 konstante Lumen ein, was ich als ganz ordentlich empfinde für eine Lampe in dieser Größe. Nach spätestens 110 Minuten (also knapp 2 Stunden) ist die Lampe durch die sinkende Akkuspannung raus aus der Regelung, und die Helligkeit beginnt zu fallen. Nach insgesamt 211 Minuten geht die Lampe aus.

Wie schon die SRT7GT, hat auch die SRT9 keine Endabschaltung, sondern lässt die Akkus in die Schutzschaltung laufen. Einer der Akkus ist in die Schutzschaltung gelaufen, und der Akku hat somit den Stromkreis unterbrochen (der andere Akku hatte noch 2,85V).

Der Test mit Kühlung fand in einem Eimer mit kaltem Wasser statt. Daran sieht man, dass die Lampe über keine konstante Helligkeitsregelung unabhängig von der Akkuspannung verfügt, sondern dass die maximale Helligkeit auch unter optimalen Temperaturbedingungen immer noch zusätzlich von der Akkuspannung abhängt.

Was hier auffällt ist, dass die Helligkeit nach einer Minute sogar kurzzeitig wieder ansteigt (und sogar knapp über den Maximalwert direkt nach dem Einschalten hinaus geht). Ich kann mir das nur so erklären, dass die Temperaturregelung der Lampe bereits unmittelbar beim Einschalten greift. Der Tag der Messung gestern war der heißeste Tag in diesem Jahr (diese Messung wurde tagsüber durchgeführt), bei Temperaturen um die 31 Grad Celsius. Diese Umgebungshitze hatte wohl bereits einen Einfluss auf die Maximalhelligkeit beim Einschalten. Durch das Eintauchen in den Eimer mit dem kalten Wasser frisch aus dem Wasserhahn hat sich die Lampe in den ersten 2, 3 Minuten wohl unterhalb der vorherigen Raumtemperatur abgekühlt.

Update 19.06.17:

Hier noch ein paar weitere Laufzeitmessungen; diesmal die SRT9 im Vergleich zur Nitecore EC4S (weitestgehend gleiches Druckgussgehäuse), und zur Fenix TK35 UE, Model 2015, ebenfalls (wie die anderen beiden Lampen) mit einer XHP50 LED:

Die Messungen wurden wieder draußen im Freien durchgeführt, ohne aktive Kühlung. Die Temperaturen betrugen diesmal um die 18°C. Es war also 5° kälter als bei der ersten Messung weiter oben.

Als Akkus kamen in allen Lampen zwei Klarus 18GT-36 zum Einsatz.

Wie man im Vergleich SRT9 / EC4S sieht, ging Nitecore bei der SRT9 wohl auf Nummer sicher. Die Lampe regelt stärker ab als die EC4S (die EC4S wird auch heißer). Dafür reagiert die Regelung der SRT9 nicht mehr so empfindlich – die EC4S macht da größere Sprünge nach unten und oben.

Wie schon bei der SRT7GT vs SRT7, hat sich außerdem bei der SRT9 der Treiber dahingehend verbessert, dass er bei einem niedrigen Akkustand mehr Helligkeit erzeugen kann. Konkretes Beispiel, mit zwei Klarus 18GT36 Akkus mit einer Restspannung von 3,4V schafft die SRT9 noch 1200 Lumen, während die EC4S in diesem Zustand der Akkus nur noch 1000 Lumen an Licht erzeugen kann.

Wie die SRT9, hat auch die EC4S keine Endabschaltung, sondern lässt die Akkus in die Schutzschaltung laufen.

Die Fenix TK35 UE hat keine temperaturabhängige Regelung, sondern eine rein timergesteuerte. Sie regelt nach 5 Minuten ab auf die „High“-Stufe mit 1050 Lumen, und dann nach weiteren 30 Minuten auf die „Mid“-Stufe mit 380 Lumen.

War Fenix früher (meiner Meinung nach) in Sachen Regelungstechnik führend, so muss Fenix heute aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren. Rein timergesteuerte Regelungen sind im Jahr 2017 nicht mehr wirklich zeitgemäß, finde ich. Dazu muss man allerdings sagen, dass die TK35 UE bereits seit 2 Jahren auf dem Markt ist.