Review Zoomlampe: Nextorch PA5

Vorwort

„In Deutschland erhältliche Marken-Zoomlampen“ – da denkt wohl so ziemlich jeder zunächst an LEDLenser. Aber auch andere Marken-Hersteller haben mittlerweile die eine oder andere Zoom-Lampe im Programm. Eine davon, die Nextorch PA5, möchte ich heute vorstellen.

Leistungsdaten

Der Hersteller Nextorch bewirbt die PA5 mit folgenden Daten:

LED:CREE XP-L, Neutral-Weiß
Leistung:660 Lumen nach ANSI/NEMA FL1 Standard
Leuchtweite:220m nach ANSI/NEMA FL1 (*)
Leuchtstufen:- 660 Lumen
- 30 Lumen
- Strobe
- SOS
Wasserdicht:IPX4 (Spritzwassergeschützt)
Stoßfest:1 Meter Fallhöhe
Stromversorgung:- 1* 18650-LiIO-Akku
- 2* CR123A-Batterien
Maße:146mm (Länge) * 34mm (Kopfdurchmesser) * 26mm (Durchmesser am Akkurohr)
Gewicht:147g (ohne Batterien)

(*) Dies deckt sich mit meinen Messungen; ich messe knapp über 12000 Lux.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird die Nextorch PA5 in einer stabilen, weißen Umverpackung. Darin befindet sich ein Plastik-Inlay mit folgendem Inhalt:

Neben der Lampe haben wir einen 18650-Akku (Kapazität 2600mAh), ein USB-Kabel, ein Lanyard, die Anleitung, sowie mehrere Ersatz-O-Ringe.

Damit hat man alles, was man zum dauerhaften Leuchtvergnügen benötigt. Der Akku kann (via mitgeliefertem USB-Kabel) direkt in der Lampe geladen werden.

Holster

Ein Holster ist nicht im Lieferumfang dabei. Von Nextorch gibt es jedoch als Zubehör-Artikel ein stabiles, taktisches Einsatzholster, das V5. Dieses habe ich im Review zur TA30 vorgestellt.

Blick auf die Lampe

Die Lampe ist sauber und makellos verarbeitet. Die Anodisierung ist fehlerfrei; die Gewinde und beweglichen Teile sind gut gefettet.

Durch den hervorstehenden Endkappen-Schalter (Tail-Clicky) ist die Lampe nicht tailstand-fähig.

In der Tailcap befindet sich auch die USB-Ladevorrichtung. Hierzu muss man die Tailcap ein wenig auseinander ziehen:

Darunter kommt der USB-Ladeport zum Vorschein. Lässt man die Tailcap wieder los, wird sie durch eine Feder wieder in die geschlossene Position zurückgezogen. Damit sie (für das Laden) dauerhaft offen stehen bleibt, muss man die Endkappe nach dem Aufziehen ein kleines Stück um die eigene Achse drehen. Dreht man sie (nach erfolgtem Ladevorgang und nach Entfernen des USB-Kabels) wieder in die Ausgangsposition zurück, schnellt sie wieder selbständig herunter und verdeckt den Ladeport. Wie man auf dem Bild sieht, ist auch dieser Mechanismus gut gefettet. Der Ladeport ist zudem mit einem zusätzlichen O-Ring gegen Eindringen von Schmutz und Wasser geschützt.

Ich finde dies eine bessere Lösung als die so oft verwendeten Gummi-Abdeckungen bei manch anderen Lampen.

Auf der gegenüberliegende Seite des USB-Steckers befindet sich eine Ladekontroll-Leuchte. Diese leuchtet beim Laden rot; bei beendetem Ladevorgang leuchtet sie dauerhaft grün.

Ein Blick auf die LED und die patentierte Fresnel-Linse: Hier in der Weitwinkel-Stellung:

Und in der Zoom-Stellung:

Die zerlegte Lampe:

Weiter zerlegen kann man die Lampe nicht; der Kopf ist fest mit dem Akku-Rohr verbunden.

Der Messing-Akku-Kontakt in der Tailcap ist gefedert, um den Akku gegen Stöße zu schützen, und auch um etwas Spielraum für etwas längere Akkus zu haben.

Die Gewinde sind sauber geschnitten und ausreichend gefettet. Im Lampenkopf wird der Akku durch eine Feder gehalten.

Man beachte auch die ordentliche Wandstärke des Akku-Rohrs.

Bedienung

Ein- und Ausschalten sowie Modi- (Helligkeits-)Wechsel geschieht durch den mechanischen Endkappen-Schalter:

Hier kommt die von Nextorch patentierte DUO-Switch Technologie zum Einsatz, wie sie auch zum Beispiel in der Nextorch TA40 verwendet wird.

Im Prinzip ist dieser Tail-Clicky eine Kombination aus Forward- und Reverse-Clicky. Dadurch ist die Bedienung so einfach und genial, dass man sich fragt, warum nicht alle so eine Technik verwenden (wahrscheinlich aber, weil Nextorch ein Patent darauf hält 🙂 ).

Bei einem Forward-Clicky wird der elektrische Kontakt bereits beim Eindrücken hergestellt; die Lampe beginnt also zu leuchten, noch bevor der mechanische Schalter einrastet.

Bei einem Reverse-Clicky hingegen wird der elektrische Kontakt erst nach dem mechanischen Einrasten hergestellt.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile: bei einem Forward-Clicky kann man z. B. morsen und Leucht-Signale geben, da man hier eine „Momentlicht“-Funktionalität hat: wenn man den Schalter nicht ganz einrasten lässt, sondern nur ein Stück weit drückt, hat man so lange Licht, so lange man den Schalter gedrückt hält. Lässt man den Schalter wieder los, geht die Lampe wieder aus.

Ein Nachteil eines Forward-Clickys entsteht jedoch, wenn die Bedienung einer Lampe so gestaltet ist, dass das Wechseln von Helligkeitsstufen durch kurze Stromkreis-Unterbrechungen vonstatten geht. In diesem Fall ist ein Reverse-Clicky von Vorteil, weil man im eingeschalteten Zustand durch leichtes Drücken/Antippen des Endkappenschalters den Stromkreis unterbrechen kann. Dies ist sozusagen eine „umgekehrte Momentlicht-Funktion“ (die Lampe geht beim Antippen kurz aus). So kann man mit Reverse-Clickys im eingeschalteten Zustand der Lampe durch kurzes Antippen die Helligkeitsstufen wechseln. Bei einem Forward-Clicky kann man dies nur vor dem eigentlichen Einschalten der Lampe bewerkstelligen. Man muss hier also den Einschalter mehrmals antippen, um eine Helligkeitsstufe auszuwählen, und erst dann, beim Erreichen der gewünschten Helligkeit, den Einschalter ganz durchdrücken, damit er einrastet.

Nun, und diese von Nextorch patentierte DUO-Switch Technologie bewirkt im Prinzip, dass der Clicky sich vor dem Einschalten wie ein Forward-Clicky verhält (man kann also morsen, und hat eine Momentlicht-Funktion), und nach dem Einschalten als Reverse-Clicky fungiert (man kann nach dem Einschalten also durch kurzes Antippen die Helligkeitsstufen wechseln).

Wie gesagt, ein geniales System von Nextorch.

Die PA5 hat zwei Helligkeitsstufen; 660 Lumen, sowie 30 Lumen. Zwischen beiden Helligkeitsstufen wechselt man, indem man im eingeschalteten Zustand den Tail-Clicky kurz antippt.

Der Tail-Clicky läuft dabei angenehm stramm, und hat ein gutes, knackiges Feedback, sowohl beim Einrasten, als auch beim Antippen für Momentlicht bzw zum Wechsel der Helligkeitsstufe.

Die Lampe hat zusätzlich noch zwei Sondermodi: Strobe, und SOS. Strobe erreicht man, indem man den Tail-Clicky vor dem eigentlichen Einschalten kurz antippt.

SOS erreicht man, wenn man aus dem eingeschalteten Zustand heraus den Tail-Clicky für 3 Sekunden leicht eingedrückt hält.

Zoom-Funktion

Den Zoom verstellt man am Lampenkopf. Es handelt sich bei der Lampe um einen 360 Grad-Dreh-Zoom. Der Kopf lässt sich also ohne Anschlag komplett um 360 Grad kontinuierlich drehen. Beim Drehen bewegt sich der Kopf pro 180 Grad-Drehung von der Weitwinkel- in die Zoomstellung, und (dreht man weiter) wieder zurück. Der Dreh-Mechanismus läuft sauber (ohne Hakeln), und angenehm schwer gängig (so dass sich die Zoom-Stellung nicht von alleine verstellen kann). Man kann den Zoom mit nur einer Hand einstellen (also mit der Hand, in der man auch die Lampe hält), jedoch braucht man so eine Weile, bis man von einem Verstell-Ende zum anderen gewechselt hat, da man während der Drehbewegung nachgreifen muss. Schneller geht es, wenn man beide Hände zu Hilfe nehmen kann (mit der einen Hand hält man die Lampe, mit der anderen Hand dreht man den Kopf).

PWM

Die beiden Leuchtstufen (also auch die hellste Stufe) sind mit PWM realisiert. Die PWM-Frequenz ist allerdings so hoch, dass man mit den Augen kein störendes Flimmern wahrnimmt. Man sieht die PWM-Frequenz jedoch im digitalen Sucher bzw in der Anzeige von Digital-Kameras.

Die Lampe in der Hand

Die Lampe liegt gut in der Hand. Der knackige Schalter am Lampen-Heck lässt sich auch mit Handschuhen sauber ertasten und zuverlässig bedienen.

Verglichen mit …

Vergleichen möchte ich die Nextorch PA5 mit einer weiteren taktischen Zoom-Lampe, nämlich der LEDLenser P7R:

Beide Lampen werden mit einem 18650-LiIO-Akku betrieben, und bieten eine Lademöglichkeit für den Akku direkt in der Lampe. Nextorch setzt hierbei auf einen Standard-USB-Anschluss, während LEDLenser bei ihrer Lampe eine proprietäre Lade-Schale mit magnetischem Andock-System mitliefert.

LEDLenser setzt bei deren Zoom-Lampen generell auf einen Schiebe-Zoom.

Der Clicky der PA5 ist angenehm knackig, während der Clicky der P7R keine sehr angenehme Rückmeldung gibt; er wirkt vergleichsweise schwammig.

Bei der Erstellung des obigen Fotos habe ich erfahren dürfen, dass die „Verzierungen“ am Kopf der PA5 einen effektiven Wegrollschutz darstellen. Die P7R hat so etwas nicht, und ist auf der Unterlage ständig hin- und hergekullert. Für das Foto habe ich die P7R mit einem kleinen Stück doppelseitigem Tape am Boden festkleben müssen.

Hier ein erster Direkt-Vergleich (weitere Beamshots folgen noch) der beiden Lampen. Der Verstell-Bereich des Lichtkegels (Abstrahlwinkel in der Weitwinkel- und in der Zoom-Stellung) ist bei beiden fast identisch.

Während die Nextorch PA5 eine Maximalhelligkeit von 660 Lumen liefert, bringt die LEDLenser P7R ganze 1000 Lumen an Licht. Jedoch kann die LEDLenser diese anfängliche Maximalhelligkeit nur wenige Minuten halten, dann beginnt die P7R, die Leistung zu drosseln. Im Laufzeittest (dieser wird noch erstellt und erscheint hier in den nächsten Tagen) wird sich zeigen, ob die Nextorch PA5 über die Zeit hinweg die Helligkeit höher halten kann.

Man sieht hier auch die schöne Lichtfarbe der PA5. Angegeben ist sie mit „Neutral-Weiß“; in der Realität sieht die Lichtfarbe sogar eher nach einem Warm-Weiß aus.

In der Weitwinkel-Stellung der PA5 sieht man auch schön den Effekt der von Nextorch patentierten Fresnel-Linse: anders als bei der P7R hat die PA5 am äußeren Rand keine harte Hell-Dunkel-Kante, sondern das Licht läuft nach außen hin weich aus. Dies verhindert einen Tunnelblick-Effekt, wie ich ihn oftmals bei LEDLenser-Lampen in der Weitwinkel-Stellung erlebe. Den nach außen weich auslaufenden Rand der PA5 empfinde ich als äußerst angenehm.

Fazit

Positiv:

  • Saubere, qualitativ hochwertige Verarbeitung
  • Komplett-Paket mit Akku und Lademöglichkeit
  • DUO-Switch Technologie des Endkappen-Schalters ist eine geniale Sache
  • Fresnel-Linse liefert angenehmes Lichtbild in der Weitwinkel-Stellung
  • Schöne warm-weiße Lichtfarbe
  • Verschluss-Mechanismus des USB-Ladeports sehr langlebig (kein mit der Zeit ausleiernder Gummi-Nippel), und schützt sehr gut und dauerhaft gegen Eindringen von Schmutz und Wasser

Negativ:

  • Ich persönlich bevorzuge Schiebe-Zooms statt Dreh-Zooms, da Schiebe-Zooms schneller zu bedienen sind
  • Kein Holster im Lieferumfang

Weiterführende Links

Laufzeitmessung: https://www.lilahand.de/2017/06/14/laufzeitdiagramm-nextorch-pa5-vs-ledlenser-p7r/

Hier erscheinen demnächst noch weitere Beamshots.

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