Review Nitecore TM28

Vergangene Woche erreichte mich die neue Nitecore TM28.

Geliefert wird sie in einem umweltfreundlichen Pappkarton:

Darin befindet sich neben der Lampe folgendes Zubehör:

Neben der Lampe findet man eine Anleitung, ein Ladegerät, ein Holster, sowie die zum Betrieb notwendigen vier 18650 IMR-Akkus (bereits in der Lampe eingelegt).

Außerdem findet man ein Lanyard, sowie (zum ersten mal bei der Nitecore TM-Serie) einen Adapter, um auch Flat-Top-Akkus in der Lampe zu betreiben:

Die Lampe ist das neueste Produkt aus der Nitecore TM („Tiny Monster“) Serie. Rein äußerlich ist sie fast identisch mit den vorherigen Lampen aus dieser Serie; der TM26 und der TM26GT:

Im Vordergrund die neue TM28; im Hintergrund die erste TM26 mit XM-L LED, dann die aktualisierte TM26 mit XM-L2 LED, und (ganz rechts) die TM26GT mit XP-L Hi LED.

Im Laufe der Zeit hat dieses Lampenmodell verschiedene Leistungssteigerungen erfahren. Die allererste TM26 mit XM-L LEDs schaffte 3500 ANSI-Lumen. Bei eine der nächsten Revisionen mit XM-L2 LED landete man letztendlich bei 4000 ANSI-Lumen (davor gab es noch eine mit 3800 ANSI-Lumen).

Eine Besonderheit war der direkte Vorgänger der TM28, die TM26GT. Diese hatte zwar wieder „nur“ 3500 Lumen, jedoch (dank der Verwendung von CREE XP-L Hi LEDs) eine höhere Reichweite als die bisherigen Modelle. (Die XP-L Hi LED hat im Vergleich zur XM-L2 LED durch den „fehlenden“ Dome eine höhere Leuchtdichte, daher haben Lampen mit dieser LED bei gleicher Reflektorgröße eine höhere Reichweite, da das Licht stärker gebündelt austritt.)

Die TM28 verwendet nun erstmalig vier CREE XHP 35 Hi LEDs. Wie schon die XP-L Hi LED, haben auch die XHP 35 Hi LEDs keinen Dome; sind also gut für hohe Reichweiten. Zusätzlich hat die XHP 35 Hi LED einen größeren „Footprint“ (eine größere Fläche) als die XP-L Hi und die XM-L(2) LEDs, so dass eine höhere Lichtleistung (Lumen) möglich ist.

So kommt die TM28 auf sagenhafte 6000 ANSI-Lumen.

Hier noch ein Blick in die Reflektoren der TM-Modelle.

Von links nach rechts haben wie hier:

Die TM26 mit XM-L2 LEDs, die TM28 mit ihren neuen XHP 35 Hi LEDs, dann die TM26GT mit XP-L Hi LEDs (man kann hier erkennen, dass die LEDs im Vergleich zur TM28 eine etwas kleinere Leuchtfläche haben), und ganz rechts die „Ur“-TM26 mit XM-L LEDs (erkennbar an dem grünen Träger unter der eigentlichen LED).

Der Wolf im Schafspelz (die Lampe im Holster).

Die Lampe in der Hand.

Gesteuert wird die Lampe über den großen Button am Lampenkopf. (Der kleinere Button links davon dient lediglich zur Umschaltung der Kontrollanzeigen auf dem OLED-Display.)

Dieser Steuerungs-Button ist zweistufig; ähnlich dem eines zweistufigen Auslösers an einer Kamera. Durch leichtes Antippen schaltet man die Lampe ein, und landet in den niedrigen/mittleren Leuchtstufen. Die einzelnen Leuchstufen sind 2, 320, und 1000 ANSI-Lumen. Durch diese Leuchstufen wechselt man durch weiteres leichtes Antippen des Buttons.

Ausgeschaltet wird die Lampe durch ein festes Ganz-Durchdrücken des Buttons.

Drückt man den Button im ausgeschalteten Zustand der Lampe statt nur leicht ganz kräftig durch, landet man in den beiden Turbo-Stufen (zwischen diesen kann man dann anschließend ebenfalls durch leichtes Antippen wechseln) mit 2300 sowie 6000 ANSI-Lumen.

Im großen und ganzen hat sich die Steuerung im Vergleich zu den TM26/TM26GT Vorgängern nicht geändert. Jedoch wurde die TM28 an einer Stelle „verschlimmbessert“: Bei den Vorgängermodellen konnte man noch durch Gedrückthalten des Buttons aus den mittleren Stufen direkt in die Turbo-Stufe wechseln. Dies funktioniert bei der TM28 nicht mehr. Befindet man sich in den mittleren Stufen und will in die Turbo-Stufe, muss man die Lampe zuerst aus-, und dann mit einem festen Druck wieder einschalten, um in die Turbo-Stufe zu gelangen.

Keine Ahnung, was Nitecore sich dabei gedacht hat. Ich persönlich empfinde dies als einen kleinen Rückschritt.

Auf der Rückseite der Lampe befindet sich ein Stativgewinde, sowie (unter einer Gummilasche versteckt) der Ladestecker der Lampe. Hierüber können die Akkus direkt in der Lampe wieder aufgeladen werden (ähnlich der üblichen Ladefunktionen bei Handys).

Allerdings handelt es sich hier nicht um einen USB-Stecker, sondern um einen Hohlstecker.

Noch ein Blick in die „Innereien“ der Lampe:

Bei den mitgelieferten Akkus handelt es sich um sog. IMR-Akkus. Diese zeichen sich durch eine besonders hohe Stromlieferfähigkeit aus. Bei einer Leistung von 6000 ANSI-Lumen sind solche leistungsstarken Akkus auch dringend notwendig.

Interessant auch der neue Hinweis auf der Innenseite der Verpackung:

Mit anderen Worten; Akkus nicht falsch herum einlegen, sonst „bumm“.

Eine Besonderheit gegenüber den Vorgänger-Lampen ist noch, dass man bei der TM28 nach dem Einlegen der Akkus von der Lampe gefragt wird, um welchen Akkutyp es sich da handelt.

Man hat hier die Auswahl zwischen der Einstellung „IMR-Akkus“ (nur mit diesen Akkus sind die 6000 ANSI-Lumen möglich), …

… reguläre LiIO-Akkus (ebenfalls im 18650-Format), …

… sowie einem speziellen, nitecore-proprietären Akkupack:

Entscheidet man sich für „IMR“, so stehen die maximalen 6000 Lumen auf Abruf bereit:

Bei der Einstellung „LiIO“ sind maximal 4500 Lumen möglich:

Man kann sich durchaus auch bei eingelegten IMR-Akkus im Setup für „LiIO“ entscheiden, um die maximale Leistung auf 4500 Lumen zu begrenzen. Ist dann nicht ganz so hell (logisch), dafür ist aber auch die Hitzeentwicklung der Lampe geringer, und die Lampe hält auch länger durch, bevor die Akkus leer sind.

 

Vergleichen möchte ich die TM28 mit zwei Lampen, die eine ähnliche Leistung (Helligkeit), sowie ein ähnliches allroundfähiges Lichtbild mit einer guten Portion Reichweite bieten.

Dies sind die Acebeam K60 (links), sowie die HaikeLite MT07 (rechts):

Wie man sieht, ist die TM28 (in der Mitte) deutlich kompakter. Und das bei ähnlicher Leistung. Hier ist Nitecore ein ganz großer Wurf gelungen. Mit ihren 6000 ANSI-Lumen übertrifft sie die anderen beiden sogar in der Helligkeit (die beiden anderen sind angegeben mit 5000 Lumen). Lediglich die Reichweite könnte ein Problem sein. „Reichweite“ kommt primär von einem großen Reflektor (je größer der Reflektor, desto stärker kann er das Licht der LED bündeln und in die Ferne werfen), und da haben es so kleine Lampen wie die TM28 prinzipbedingt schwer.

Dank der Verwendung der neuen XHP 35 Hi LEDs in der TM28 hat Nitecore hier jedoch einen großen Schritt nach vorne gemacht. Bereits den Vorgänger, die TM26GT, habe ich oft als „eine kleine Acebeam K60“ bezeichnet. Die neue TM28 ist hier sogar noch näher dran an der K60. Dies werden auch die Beamshots (kommen noch) bestätigen.

Natürlich hat so eine kleine Lampe gegenüber großen Lampen auch Nachteile. So ist z.B. die Hitzeentwicklung ein Problem. Große Lampen sind hier im Vorteil, da sie über eine größere Masse verfügen, über die sie die auftretende Hitze besser verteilen und abführen können. Bei so einer „kleinen“ Lampe wie der TM28 ist dies nicht gegeben. So wird die Lampe, wenn man sie auf der höchsten Stufe betreibt, ziemlich schnell heiß. Glücklicherweise hat die Lampe eine Temperatursteuerung, um Schäden durch Überhitzung zu vermeiden. Sobald die Lampe zu heiß wird (oberhalb von 60 Grad Celsius), regelt die Lampe eine Stufe runter. Die größere Acebeam K60 hingegen hält ihre 5000 Lumen fast konstant bis zum Ende der Akkus durch.

Hierauf werde ich in den nächsten Beiträgen noch gesondert eingehen (ich werde noch ein paar Laufzeitdiagramme veröffentlichen).

Weiterführende Links:

Beamshots:

https://www.lilahand.de/2017/03/12/beamshots-nitecore-tm28-vs-acebeam-k60-nitecore-tm26gt-haikelite-mt07/

Laufzeitdiagramme:

https://www.lilahand.de/2017/03/15/laufzeitdiagramm-nitecore-tm28-vs-tm26gt/

https://www.lilahand.de/2017/04/06/laufzeitdiagramm-nitecore-tm28-auf-turbo-2-stufe/

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